Jahrzehntelang wurde das Freibad Haidershofen vom Verein „Club Pinguin“ mit viel Herz betrieben. Dann folgte der schlagartige Abriss. Der Verlust schmerzt die Region bis heute.
Nur wer genau hinsieht, kann auf der Wiese noch den Umriss des Schwimmbeckens erkennen. Für viele aus Haidershofen im Bezirk Amstetten steckt in dieser Wiese ein Stück Lebens-Geschichte. „Mein Sohn hat dort als Jugendlicher seine spätere Frau kennengelernt“, erzählt Ernst Mayerhofer, Obmann des Vereins „Club Pinguine“, der 1998 den Bad-Betrieb übernahm.
1964 errichtet, war das Bad zuvor für Arbeiter vom daneben liegenden Wasserkraftwerk gedacht. Als die Ennskraftwerke es vor 28 Jahren schließen wollten, stellte sich Mayrhofer dagegen: „Weil jedes Kind an der Enns schwimmen können soll“, schildert der Obmann seine tragischen Beweggründe, weshalb er den Verein später überhaupt gründete. Denn bei dem Versuch des Bruders, seinen kleinen Sohn aus dem Fluss zu retten, kam dieser selbst ums Leben. Der Verein betrieb daher lange das Bad, wofür er auch als „Krone“-Herzensmensch-Verein ausgezeichnet wurde – um Jungen das Schwimmen beizubringen. „Das Bad war ein Vorzeigeprojekt für unsere Gemeinde“, ist auch Bürgermeister Michael Strasser sehr leid.
Sicherheitsbedenken des Kraftwerks
Warum die Ennskraftwerke auf den Abriss nach so vielen Jahren pochten, bleibt offen – die „Krone“ konnte die Werke nicht für eine Stellungnahme erreichen. „Für den Kraftwerksumbau wollte man keine betriebsfremden Personen mehr am Gelände“, ist sich indes der Ortschef sicher. Und auch für den Pinguin-Verein war dies kein Grund, das Bad gleich abzureißen, zumal heute auf der Wiese nur gähnende Leere herrscht. Eine Kostenfrage konnte es jedenfalls nicht gewesen sein – das Bad war bekannt als einziges Selbstversorger-Freibad. „Opa, mir fehlt das Pinguin-Bad so sehr“, spricht Mayerhofers Enkel die Stimmung der Gemeinde aus.
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