Keine Kostenfrage

Nach Abriss: „Opa, ich vermisse das Freibad“

Niederösterreich
18.05.2026 19:00

Jahrzehntelang wurde das Freibad Haidershofen vom Verein „Club Pinguin“ mit viel Herz betrieben. Dann folgte der schlagartige Abriss. Der Verlust schmerzt die Region bis heute.

Nur wer genau hinsieht, kann auf der Wiese noch den Umriss des Schwimmbeckens erkennen. Für viele aus Haidershofen im Bezirk Amstetten steckt in dieser Wiese ein Stück Lebens-Geschichte. „Mein Sohn hat dort als Jugendlicher seine spätere Frau kennengelernt“, erzählt Ernst Mayerhofer, Obmann des Vereins „Club Pinguine“, der 1998 den Bad-Betrieb übernahm.

1964 errichtet, war das Bad zuvor für Arbeiter vom daneben liegenden Wasserkraftwerk gedacht. Als die Ennskraftwerke es vor 28 Jahren schließen wollten, stellte sich Mayrhofer dagegen: „Weil jedes Kind an der Enns schwimmen können soll“, schildert der Obmann seine tragischen Beweggründe, weshalb er den Verein später überhaupt gründete. Denn bei dem Versuch des Bruders, seinen kleinen Sohn aus dem Fluss zu retten, kam dieser selbst ums Leben. Der Verein betrieb daher lange das Bad, wofür er auch als „Krone“-Herzensmensch-Verein ausgezeichnet wurde – um Jungen das Schwimmen beizubringen. „Das Bad war ein Vorzeigeprojekt für unsere Gemeinde“, ist auch Bürgermeister Michael Strasser sehr leid.

Heute eine unscheinbare Wiese: zuvor brachte ein Schwimmbad viel Leben in die Gemeinde. 2023 ...
Heute eine unscheinbare Wiese: zuvor brachte ein Schwimmbad viel Leben in die Gemeinde. 2023 wurde es abgerissen.(Bild: Anna K)

Sicherheitsbedenken des Kraftwerks
Warum die Ennskraftwerke auf den Abriss nach so vielen Jahren pochten, bleibt offen – die „Krone“ konnte die Werke nicht für eine Stellungnahme erreichen. „Für den Kraftwerksumbau wollte man keine betriebsfremden Personen mehr am Gelände“, ist sich indes der Ortschef sicher. Und auch für den Pinguin-Verein war dies kein Grund, das Bad gleich abzureißen, zumal heute auf der Wiese nur gähnende Leere herrscht. Eine Kostenfrage konnte es jedenfalls nicht gewesen sein – das Bad war bekannt als einziges Selbstversorger-Freibad. „Opa, mir fehlt das Pinguin-Bad so sehr“, spricht Mayerhofers Enkel die Stimmung der Gemeinde aus. 

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Niederösterreich
Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung