Zurück auf die Alm!

Rinder-Almauftrieb „mehr als nur Romantik“

Niederösterreich
17.05.2026 18:00

Im Dienst des Naturschutzes trotten Kühe nach einer kleinen Ewigkeit wieder über ein Naturjuwel im Osten des Landes. Ohne ihre Beweidung würden viele Flächen mit der Zeit „verbuschen“.

Über Jahrzehnte hinweg schien die Zeit stillzustehen auf den Höhen von Hundsheimer Berg und Spitzerberg im Bezirk Bruck an der Leitha. Der warme Steppenwind strich über die Hänge – doch die Tiere, die diese uralte Kulturlandschaft einst geprägt hatten, waren verschwunden. Nun, nach mehr als 60 Jahren, kehren die Rinder zurück. Und mit ihrem schweren Tritt erwacht ein einzigartiges Naturjuwel zu neuem Leben.

Dort, wo sich Europa beinahe mediterran anfühlt, breiten sich seltene Trockenrasen aus – fragile Paradieslandschaften voller wilder Kräuter, silbrig schimmernder Gräser und duftender Blüten. Zwischen staubigen Pfaden und knorrigen Sträuchern finden hochspezialisierte Arten ihre letzte Zuflucht: der farbenprächtige Neuntöter, die geheimnisvolle Berghexe oder die zarte Hainburger Federnelke, die wie ein kleines Wunder im Wind tanzt. „Trockenrasen sind wahre Schatzkammern der Artenvielfalt“, sagt WWF-Expertin Natalia Razumovsky. Doch ohne Beweidung würden offene Flächen langsam verbuschen und schließlich verschwinden.

Rückkehr des Almauftriebes für Rinder
Rückkehr des Almauftriebes für Rinder(Bild: Natalia Razumovsky - WWF)

Jetzt übernehmen robuste Rinder diese Aufgabe wieder. Gemächlich ziehen sie über die Hänge, fressen junge Sträucher, trampeln den Boden auf und schaffen damit genau jene wilde, löchrige Struktur, die seltene Tiere und Pflanzen dringend brauchen. Selbst unscheinbare Dungkäfer profitieren von den paarhufigen Landschaftspflegern.

Für Landwirt Georg Prantl ist der Almauftrieb weit mehr als ein romantisches Schauspiel: „Die Tiere halten die Steppe lebendig.“ Nach Ende der Schafbeweidung 2022 setzt das Vorzeigeprojekt nun bewusst auf Rinder – unterstützt von WWF, Gemeinden und Naturschutzorganisationen – ein stilles, beinahe poetisches Comeback auf den rauen Hügeln.

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