Die heimischen Gemüsebauern starten in die Saison – ab sofort sind wieder alle Sorten verfügbar. Ihr Appell: Schaut beim Kauf auf die Herkunft! Bei Saisonniers setzt man heutzutage auf die Asiaten.
Mit einer Gemüsekiste schauten dieser Tage die Vertreter der Tiroler Gemüsebauern in der Redaktion der „Tiroler Krone“ vorbei. „Ab sofort haben wir wieder alles im Sortiment“, betonten die Vorstände Christof Appler, Josef Norz und der Fachbereichsleiter in der Landwirtschaftskammer, Ulrich Zeni (er hat das Amt von Wendelin Juen übernommen, der in Pension ist). Einiges wächst bereits wieder auf den Feldern, anderes ist noch vom Vorjahr. Wie Sellerie, Kraut, Karotten oder Porree – das bei 0,5 Grad eingelagert wurde, aber nach wie vor wie frisch schmeckt. Salate, Kohlrabi oder Tiroler Radieschen konnten hingegen in diesem Jahr bereits frisch geerntet werden.
Die meisten Radieschen kommen aus Tirol
Apropos Radieschen – der Großteil aller in Österreich verkauften roten Knollen kommen aus Tirol. Dass Gemüse so gut gedeiht, hängt mit dem guten Tiroler Wasser und dem großen Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht zusammen. „Wir sind somit die Vitamin-Kammer Österreichs“, bringt es Zeni auf den Punkt.
In Summe gibt es 65 Gemüsebauern, darunter 15 große. Diese benötigen pro Betrieb zwischen 20 und 50 Erntehelfer. „Diese zu finden, wird eine immer größere Herausforderung“, weiß Norz. Denn die einstigen Saisonniers aus Osteuropa und der Ukraine fallen aus. „Unsere Helfer kommen mittlerweile aus Asien – von Thailand über Vietnam bis zu den Philippinen. Der Aufwand, eine Genehmigung für sie zu bekommen, ist aber viel größer“, erklärt Appler. Aber es läuft mittlerweile.
50 Prozent fließen an den Staat
Ein Problem sind wie bei allen Unternehmern im Land die Lohnnebenkosten. „50 Prozent der Kosten für ein Radieschen gehen an den Staat – in Deutschland sind es nur 25 Prozent. Klar, dass wir dort nicht mehr anbieten können. Da können wir schlicht und einfach nicht mithalten“, seufzt Zeni.
Einheimische sind die wichtigsten Kunden
Doch auch bei anderen Vorgaben ist Österreich wie in so vielen Bereichen der selbst erkorene Musterschüler. Wie zum Beispiel beim Pflanzenschutz. „Da haben wir die strengsten Auflagen von allen. Wir dürfen bestimmte Mittel nicht verwenden. Aber ausländische Anbieter, die diese in ihrem Land verwenden können, dürfen diese sehr wohl nach Österreich exportieren. Da stimmt doch etwas nicht“, schüttelt Gemüsebauer Josef Norz nur mehr den Kopf. Daher sind die Tirolerinnen und Tiroler auch der wichtigste Kunde für die Gemüsebauern. Ihr Appell: Bitte beim Einkauf schauen, wo die Ware herkommt!
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