Angst um Investitionen

Sparpläne bei Reha lassen die Kurstadt zittern

Niederösterreich
15.05.2026 05:30

Die Bundesregierung möchte die finanziellen Mittel für Reha- und Kuraufenthalte kürzen. In Baden sorgen diese Sparpläne für Alarm. Vor allem, weil in der Stadt millionenschwere Investitionen anstehen.  

Baden gilt ja in Niederösterreich als die Kurstadt schlechthin. Schon die Römer wussten die Thermalquellen vor Ort zu schätzen, und der Kaiser hatte seine Sommerresidenz in dem lieblichen Städtchen vor den Toren Wiens. Auch heutzutage sind die Kurgäste gewissermaßen das wirtschaftliche Rückgrat des Tourismus in Baden. Klar, dass der angekündigte Sparkurs bei Reha- und Kuraufenthalten im Rathaus die Alarmglocken schrillen lässt.

 Sparpaket mitbeschlossen
„Immerhin entfallen 63 Prozent aller Nächtigungen auf Reha- und Kurgäste“, rechnet Stadtrat Stefan Eitler (Grüne) vor. Die Gesundheitseinrichtungen in Baden bieten rund 490 stationäre Plätze und mehr als 200.000 ambulante Therapien pro Jahr. Der Oppositionspolitiker übt Kritik an Bürgermeisterin Carmen Jeitler-Cincelli, die für die ÖVP auch im Nationalrat sitzt. „Sie hat im Parlament dem Sparpaket sogar zugestimmt“, wettert Eitler. „Bis jetzt gibt es zu den Sparmaßnahmen bei Kur- und Reha-Mitteln nur eine Überschrift“, kontert die Stadtchefin. Sobald Fakten vorliegen und Klarheit herrsche, wie die Rahmenbedingungen aussehen, werde sie Gespräche in den entscheidenden Gremien führen.

Zitat Icon

Wir müssen ein klares Signal nach Wien senden, dass dieser Weg der falsche ist! Sparen bei Kurgästen trifft direkt die Arbeitsplätze in der Stadt.

Stefan Eitler, Stadtrat (Grüne) in Baden

Lebensader bedroht
Eitler warnt vor weitreichenden Folgen finanzieller Einschnitte. Er befürchtet, dass notwendige Investitionen in die Kur- und Rehabilitationsinfrastruktur aufgeschoben werden: „Wer hier spart, spart nicht an einem Luxusangebot, sondern an der wirtschaftlichen Lebensader unserer Stadt.“

Die notwendigen Millionen-Investitionen in die Römertherme waren Thema beim Treffen zwischen ...
Die notwendigen Millionen-Investitionen in die Römertherme waren Thema beim Treffen zwischen Stadtchefin Jeitler-Cincelli und Landesrat Kasser(Bild: Krone KREATIV/2026psb/mtjutz Alexander Ulz)

Römertherme braucht Millionen
So ermittelte eine Expertenstudie schon vor zwei Jahren allein für die Römertherme einen Investitionsbedarf von 40 bis 50 Millionen Euro. „Bis Ende des Jahres sollen die Vorgaben für eine Neuausrichtung der Therme konkretisiert werden“, kündigt Jeitler-Cincelli an. Diese Woche sprach die Bürgermeisterin im Rathaus darüber bereits mit Finanzlandesrat Anton Kasser (ÖVP).

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