Mo, 18. Juni 2018

Russland vs. Europa

31.07.2014 11:31

Sicherheitsexperten warnen vor Krieg aus Versehen

Führende Sicherheitspolitiker Europas warnen, Europa und Russland könnten quasi aus Versehen in einen Krieg schlittern. Es habe bereits mehrere Beinahe-Zusammenstöße gegeben, heißt es in einem Appell des European Leadership Network. Gerade in Hinblick auf die Tausenden Atomwaffen auf beiden Seiten seien nun Zurückhaltung, Kommunikation und Transparenz nötig.

"Wir glauben, dass der Konflikt in der Ostukraine die Sicherheit von ganz Europa gefährdet", so die Warnung des European Leadership Network, in dem prominente Sicherheitspolitiker versammelt sind. Es sei dringend nötig, die Gefahr weiterer Zusammenstöße zu verringern, heißt es im Papier "Krisenmanagement in Europa im Kontext der Ereignisse in der Ukraine".

Die Experten rufen außerdem zu mehr Besonnenheit auf: Die Führungen der Länder bräuchten "mehr Entscheidungszeit, insbesondere vor dem Hintergrund, dass immer noch Tausende Atomwaffen auf beiden Seiten in Alarmbereitschaft sind". Es sei nötig, dass die Militärs beider Seiten intensiver miteinander kommunizieren, so der Appell. Nur durch Informationsaustausch und Transparenz könnten versehentliche Auseinandersetzungen zwischen Truppen der NATO und Russlands vermieden werden.

Am Wichtigsten aber sei, dass sich alle Seiten zurückhalten - und zwar in ganz Europa. So gebe es schließlich noch weitere Konfliktherde, etwa in Georgien, Transnistrien oder zwischen Armenien und Aserbaidschan. Wenn dort jemand eine Eskalation der Lage vorantreibe, könnte auch das die Krise zwischen Russland und dem Westen verschärfen, warnt das European Leadership Network.

Unterschrieben haben unter anderem zahlreiche ehemalige Außen- und Verteidigungsminister aus Russland, Großbritannien, Frankreich, der Türkei, Deutschland und Polen sowie der Ex-Chef des russischen Auslandsgeheimdienstes. Ob ihre Expertise gehört wird, ist angesichts des sich verschärfenden Tonfalls und der immer neuen Sanktionen in der Ukraine-Krise (siehe Infobox) aber zu bezweifeln.

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