

Klagenfurt: Franco Kappl in der Galerie 3, das ist die Begegnung mit Malerei, die aus sich selbst atmet und abstrakter Kunst, die im Spannungsfeld von Fläche, Farbe, Raum entsteht.
Das Schwarz ist nicht mehr so flächig wie in früheren Arbeiten und doch haftet ihm eine zart strukturierte Tiefe an, die im Echoraum der Nacht hinter Lidern leuchtet, wenn man die Augen schließt und Bilder den Geist durchzucken. Auch Franco Kappls malerische Dimension ist pure, gestische Entladung – wuchtig und fragil zugleich – grafisch verbrämt und von Licht getragen, sind seine neuesten Großformate in der Galerie 3 dem virtuosen Spiel mit Fläche und Raum, Farbe und Linie überantwortet, das aus Kontrast Inhaltstragendes zieht und jegliche Wahlverwandtschaft mit Realem weit von sich weist.


„Der Mensch ist so gebaut, dass er in Abstraktem immer etwas erkennen will. Wenn mir beim Malen auffällt, dass etwas einem tatsächlichen Motiv zu ähneln beginnt, vernichte ich diese Arbeit sofort“, erzählt der Erschaffer von Bildwirklichkeiten, die jenseits der Wirklichkeit ihre große internationale Strahlkraft entfalten. Proportion, Perspektive, Zeit: Auch das sind fixe Konstanten im kapplschen Multiversum, in dem ein Maler steht, der malt, um die Malerei zu erforschen und Informelles zu (ver)dichten. Auch so könnte man die hypersensiblen Formstudien dieses Weltenbildners lesen, die er seit seinem Studium an der Wiener Akademie der bildenden Künste bei Arnulf Rainer und später am Royal College of Art in London, mit unbeirrbarer Vehemenz ins Plastische, ja fast schon Dreidimensionale, treibt.
Geboren 1962 in Klagenfurt und hier aufgewachsen, studiert Kappl Malerei (Meisterklasse Arnulf Rainer) an der Akademie der bildenden Künste in Wien (1982 – 1989). 1987 Max Weiler-Preis (1987) 1988: Studienaufenthalt am Royal College of Art in London, 1991 und 1997: Arbeitsaufenthalt in New York, 1994: 1. Preis der Bau Holding. Zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland. Franco Kappl zählt seit Jahrzehnten zur Spitze der österreichischen Malerei mit großer internationaler Strahlkraft, lebt und arbeitet in Klagenfurt.
Dass sich sein Farbspektrum „leicht um Grün und Türkis erweitert hat“, ändert nichts an der Tatsache, dass im changierenden Weiß, das manchmal wie mit dem Skalpell aus dem Raum geschnitten scheint, um sich anderswo im diffusen Rauschen zu verwischen, im tanzenden Pink-Violett oder den Feuerspuren von Rot-Orange Licht glüht und Wärme nistet, die den Grundcharakter formen.
Noch bis 16. Mai (Finissage: 11 bis 13 Uhr) in der Galerie 3 in Klagenfurt. Ein Muss!
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