Kritik an Planung

„Alles rund um das Spital ist außer Kontrolle!“

Niederösterreich
07.05.2026 17:59

Geplant wird der Krankenhaus-Neubau in Wiener Neustadt seit über zehn Jahren. Mehr als eine verwitterte Bautafel ist bisher aber nicht herausgekommen – außer dass die Kosten explodiert sind. Rechnungshof und Opposition üben jetzt scharfe Kritik an dem Projekt.

Regelrecht zerpflückt hat der niederösterreichische Landesrechnungshof die bisherige Planung des Neubaus der Universitätsklinik in Wiener Neustadt. Wesentliche Bereiche wie Krankenpflegeschule, Kinderbetreuung, Parkdeck und Anbindung an das Krebszentrum MedAustron hätten in den ursprünglichen Plänen gefehlt, die Bettenzahl habe vom Jahr 2016 bis zum Jahr 2024 von 800 über 680 auf 722 variiert. Die Kostenprognosen lagen 2019 bei 561,75 Millionen, mittlerweile bei mehr als 1,4 Milliarden Euro.

Politische Abrechung
Der Rechnungshof-Kritik lassen Grüne und NEOS nun die politische Abrechnung folgen. „Chaos im Gesundheitswesen“ ortet Helga Krismer. Die Landessprecherin der Grünen kritisiert „das Fehlen klarer Aufgaben- und Entscheidungsstrukturen“ bei einem Großprojekt: „Da tappen Land und Gesundheitsagentur herum, ohne ein klares Bild zu haben, was sie überhaupt bauen wollen.“

Helga Krismer (li.) und Selina Prünster nehmen die Planung des neuen Wiener Neustädter Spitals ...
Helga Krismer (li.) und Selina Prünster nehmen die Planung des neuen Wiener Neustädter Spitals ins Visier.(Bild: Christoph Weisgram)

Kritik an Standortwahl
Und Selina Prünster, grüne Stadträtin in Wiener Neustadt, schildert die Stimmung vor Ort: „Nach mehr als zehn Jahren glauben viele nicht mehr daran, dass dieses Spital jemals Realität wird.“ Zudem sei die Standortwahl nicht nachvollziehbar: „Es handelt sich um einen ökologisch sensiblen Bereich nahe einem Wasserschutzgebiet und Lebensraum von geschützten Zieseln.“ Die Forderung der Grünen: „Das Projekt muss endlich auf vernünftige Beine gestellt werden.“

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Dieses Missmanagement kostet die Menschen in diesem Land bares Geld und schränkt den finanziellen Spielraum für Investitionen in der Gesundheitsversorgung ein.

Edith Kollermann, NEOS

Warnungen belächelt
„Missmanagement“ und „lückenhafte Planung“ ortet auch NEOS-Gesundheitssprecherin Edith Kollermann: „Wir haben die ÖVP bereits 2019 davor gewarnt, dass die Kosten die Milliardenmarke überschreiten werden. Damals wurden wir belächelt.“ Die NEOS fordern rasch strukturelle Reformen bei derartigen Projekten in Niederösterreich: „Sonst ist die Gesundheitsversorgung der Zukunft in Gefahr!“

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