Nach Bekanntwerden der Streichung von zwei Nachtlinien – die „Krone“ berichtete – ist der Aufschrei in Osttirol groß. Eine Petition wurde gestartet, auch die Politik meldet sich zu Wort.
Übergriffe auf Fahrgäste und Busfahrer sowie enorme Sachschäden sorgten dafür, dass der Verkehrsverbund Tirol (VVT) zwei Linien des Nightliners in Osttirol am Wochenende nach 0.30 Uhr aus dem Fahrplan nahm – die „Krone“ berichtete. Die Maßnahme trat mit 1. Mai in Kraft.
Bereits über 2000 Unterstützer
Die Streichung rief Nachtschwärmer auf den Plan. Eine Petition wurde initiiert. Mehr als 2200 Personen haben diese bereits unterzeichnet. Die Initiatoren sehen das Problem der gewalttätigen Vorfälle in den Bussen weniger in der Zeit, sondern am übermäßigen Alkoholkonsum.
„Wer randaliert, wird dies möglicherweise einfach früher tun“, heißt es. In Osttirol sei die öffentliche Nachtmobilität „kein Komfort, sondern eine Notwendigkeit“. Die Folgen seien mehr Privatfahrten, mit angetrunkenen Lenkern. Auch die Gastronomie in Lienz würde darunter leiden. Kritisiert wird auch, dass die vom Land Tirol ausgerufenen Klimaziele so nicht eingehalten werden.
Es kann nicht dazu führen, dass viele Jugendliche kollektiv bestraft werden, die nach dem Ausgehen nur sicher nach Hause kommen wollen.
Armin Hofmann, Obmann JVP Lienz
Neue Kritik, Securitys und eine temporäre Maßnahme
Unterstützung erhielt man von den Tiroler Grünen und der Jungen Volkspartei Lienz. Obmann Armin Hofmann kritisiert: „Es kann nicht dazu führen, dass viele Jugendliche kollektiv bestraft werden, die nach dem Ausgehen nur sicher nach Hause kommen wollen.“ Er wolle sich mit den Verantwortlichen an einen Tisch setzen, damit das Angebot schnellstmöglich wieder aufgenommen wird.
Auf „Krone“-Anfrage erklärt der VVT, dass man die Rückmeldungen sehr ernst nehme. Die Entscheidung sei allen Partnern nicht leichtgefallen. Es bedarf nun einer breiten Sensibilisierung zum Verhalten im öffentlichen Verkehr. Zudem betont man ausdrücklich, dass es sich um eine „temporäre Maßnahme“ handelt.
Diese Einstellung passiert vorerst temporär. Nach einer Cool-down-Phase wird die Situation nochmals gemeinsam mit der Region evaluiert und neu bewertet.

Alexander Jug, Geschäftsführer des VVT
Bild: Christof Birbaumer
Weitere Ideen zur Sicherstellung werden diskutiert: „Was den Einsatz von Securitys in den Bussen betrifft, werden wir das in unsere Überlegungen mit unseren mitfinanzierenden Partnern für einen zukünftigen Betrieb des Nachtbusses jedenfalls miteinbeziehen.“
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