Di, 17. Juli 2018

Angst vor Islamisten

25.07.2014 17:49

Norwegen warnt Bürger: Terrorakt steht kurz bevor

In Norwegen steht offenbar ein islamistischer Terroranschlag kurz bevor. Das Land befinde sich in der höchsten Alarmbereitschaft der Geschichte des Landes, sagte Polizeidirektor Odd Reidar Humlegaard am Freitag gegenüber dem norwegischen Rundfunk. Die Gefahr geht offenbar von Norwegern aus, die als Kämpfer am Bürgerkrieg in Syrien teilnahmen. Die USA bestätigten die "Glaubwürdigkeit" von Informationen über eine aktuelle Bedrohung der Sicherheit durch islamistische Gruppen in Norwegen.

Drei Jahre nach den Terroranschlägen von Oslo und Utöya geht in Norwegen erneut die Angst um. Zu den im Rahmen der Terrorwarnung verfügten Maßnahmen gehören die erhöhte Präsenz bewaffneter Polizisten und Sicherheitskräfte an strategischen Orten wie Flugplätzen, Grenzübergängen und Verkehrsknotenpunkten.

Jüdische Museen wurden geschlossen
Nach der Terrorwarnung haben sämtliche Jüdische Museen des Landes ihre Pforten für mehrere Tage geschlossen. Das Jüdische Museum in der Hauptstadt Oslo sei bis einschließlich Sonntag nicht für die Öffentlichkeit zugänglich, sagte ein leitender Mitarbeiter der Einrichtung am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. Auch das Jüdische Museum im westlich gelegenen Trondheim bleibe bis auf Weiteres zu, berichtete die norwegische Nachrichtenagentur NTB.

Nach dem Anschlag auf das Jüdische Museum in Brüssel Ende Mai handele es sich bei den Schließungen in Norwegen um Vorsichtsmaßnahmen, sagte der Museumsmitarbeiter in Oslo. Am 24. Mai hatte ein mutmaßlicher Islamist vier Menschen getötet, als er im Jüdischen Museum der belgischen Hauptstadt um sich schoss.

Auch habe die Polizei bereits mit der Einvernahme von Personen aus muslimischen Kreisen in Norwegen begonnen, so Humlegaard. Die Alarmmaßnahmen würden "so lange dauern wie notwendig" und könnten noch verstärkt werden.

Mindestens 50 Norweger als Kämpfer in Syrien
Die Chefin des norwegischen Staatssicherheitsdienstes PST, Benedicte Björland, bedauerte in einem Zeitungsinterview, nicht schon früher Norweger an der Teilnahme im Bürgerkrieg in Syrien gehindert zu haben. Im März hatte PST bekannt gegeben, dass mindestens 50 Kämpfer aus Norwegen an Kämpfen in den Reihen islamistischer Rebellengruppen nach Syrien teilgenommen haben.

Björland spezifizierte in dem am Freitag in der sozialdemokratischen Tageszeitung "Klassekampen" erschienenen Artikel, bei den radikalen Gruppierungen handle es sich vor allem um die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS, vormals ISIS) und die al-Nusra-Front.

Geheimdienst will mehr Befugnisse
Die Geheimdienstchefin wünscht sich von der Regierung nun erweiterte Befugnisse, um gegen norwegische Islamisten vorzugehen. Sie sei angesichts der globalen Herrschaftsvision der islamischen Fundamentalisten besorgt darüber, dass ausländische Söldner mit Aufträgen (zu Terroranschlägen) in der Tasche nach Hause geschickt werden könnten.

Die Hinweise über einen offenbar geplanten, aber nicht näher spezifizierten Terroranschlag in Norwegen soll die im Winter von den norwegischen Zivil- und Militärgeheimdiensten neu gebildete, gemeinsame Kontraterror-Einheit FKTS just am Jahrestag der Anschläge vom 22. Juli 2011 bekommen haben. Die Öffentlichkeit wurde am Donnerstag über das Bedrohungsbild informiert.

100 islamistische Kämpfer aus Österreich
Auch Österreicher beteiligen sich immer wieder im syrischen Bürgerkrieg. Von insgesamt 2.000 islamistischen Kämpfern aus Europa sollen 2013 immerhin 100 aus Österreich gekommen sein, wie es bei der Präsentation des Verfassungsschutzberichts Ende Juni hieß. Im Jahr davor sollen es bloß zwischen 30 und 40 gewesen sein. Heimgekehrt sind 44. Letztere Gruppe gilt als potenziell gefährlich, da eine "mögliche ausgereifte Radikalisierung ein erhebliches Sicherheitsrisiko für Österreich" darstelle.

An den Zahlen habe sich nichts geändert, wie Innenministeriumssprecher Karl-Heinz Grundböck am Freitag mitteilte. Der Verfassungsschutz beobachte die Situation aufmerksam, weil das Thema "nicht zu unterschätzen" sei. Derzeit lägen aber keine Informationen und Anhaltspunkte für eine konkrete Gefährdungssituation in Österreich vor.

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