Schwer rückverfolgbar

„Gravierende Mängel“ bei verkauften Lachsprodukten

Österreich
06.05.2026 09:22
Porträt von krone.at
Von krone.at

Codes und Siegel auf Produkten in Supermärkten erwecken den Eindruck, die Herkunft ist lückenlos nachvollziehbar. Eine NGO hat nach einer Prüfung ein schockierendes Ergebnis hervorgebracht: In nur drei (!) von insgesamt 84 Produkten war dies der Fall. 

Immer wieder würden „skandalöse Vorkommnisse“ gerade bei einzelnen Aquafarmen und Produzenten bekannt werden, kritisiert Foodwatch Österreich nach eingehender Prüfung verkaufter Lachsprodukte in heimischen Supermärkten. Über Codes und Online-Abfragen soll die Herkunft des Fisches eigentlich transparent gemacht werden.

Das Ergebnis war ernüchternd: Nur drei von insgesamt 84 geprüften Erzeugnissen waren „eindeutig bis zu einer einzelnen Fischfarm rückverfolgbar“, so die Organisation am Mittwoch. Weitere 26 Produkte boten keine Möglichkeit, die Herkunft herauszufinden, bei weiteren 55 sei dies nur teilweise möglich gewesen.

Siegel sollen die Rückverfolgung von Lachs zu Aquakulturen eigentlich möglich machen.
Siegel sollen die Rückverfolgung von Lachs zu Aquakulturen eigentlich möglich machen.(Bild: stock.adobe.com)

Sogenannte GGN-Labels (37 Produkte) oder ASC-Siegel (neun Produkte) zieren die untersuchten Produkte – darüber hinaus runden händlereigene Tracking-Tools den Siegel-Mix ab. Jene Gütesiegel sollen Vertrauen beim Nutzer erzeugen, doch wie so oft lohnt sich ein prüfender Blick. Die Praxis zeige „gravierende Mängel“, kritisiert Foodwatch. Statt einer Herkunftsfarm werden oft nur Händler oder lange Listen von bis zu 44 möglichen Produzenten angezeigt. Zudem hätten solche Tools fehlerhafte oder widersprüchliche Ergebnisse geliefert.

„Echte Transparenz“ nicht vorhanden
Und auch die ASC-Abfragen wären für Konsumenten laut der NGO kaum nutzbar. Die aufgedruckten Codes würden auch hier oftmals zu Lieferanten und nicht zu konkreten Zuchtbetrieben führen. „Bei falscher Menüauswahl werden sogar irreführende Ergebnisse gezeigt“, zeigen sich die Konsumentenschützer schockiert. Von „echter Transparenz“ kann hier keine Rede sein. Denn dafür müssten die Kunden ein Produkt eindeutig einer konkreten Aquafarm zuordnen können – „alles andere ist irreführend“, so die Konsumentenschützer.

Tierquälerei und hohe Verluste
Dass das immer wieder vorkommen würde, sei laut Foodwatch „skandalös“. Denn: Ein Großteil der in Österreich verkauften Lachsprodukte stamme genau aus solchen Aquakulturen. Intransparenz „schützt ein System, das furchtbares Tierleid und hohe Verluste in Kauf nimmt“, kritisiert Indra Kley-Schöneich, Leiterin von Foodwatch Österreich. Die Organisation fordert eindringlich eine echte Rückverfolgbarkeit, unabhängige Kontrollen und dass Fischfarmen mit dokumentiertem Massensterben nicht länger zertifiziert werden.

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