Fischotter im Visier

Zu wenig heimischer Fisch: Womit Züchter kämpfen

Steiermark
27.01.2026 16:20

Der Hunger auf Fisch ist riesig – doch nur selten stammt er aus der Steiermark. Rechnerisch kommt von Mittwoch bis Jahresende nur noch importierte Ware auf den Teller. Die heimischen Züchter hoffen vor allem darauf, dass es dem Fischotter bald an den Kragen geht.

„Die gute Nachricht: Wir haben exzellenten steirischen Fisch. Die schlechte Nachricht: Rein rechnerisch ist er ab morgen aufgegessen.“ So lautet am Dienstag das nüchterne Fazit von Agrarlandesrätin Simone Schmiedtbauer (ÖVP). Ab Mittwoch wird in Österreich – statistisch gesehen – nur noch importierter Fisch gegessen. Die 5000 Tonnen an heimischer Produktion reichen also nicht einmal für einen Monat im Jahr aus. 

Da ginge mehr. Das meint auch Schmiedtbauer: „Wir haben in der Steiermark großartige Forellen- und Saiblingszüchter, traditionelle Karpfenbetriebe und innovative Modelle wie die Garnelenproduktion. Fischerei und Aquakultur sind echte Zukunftsfelder für unsere Landwirtschaft.“ Auch Marlies Haas, Geschäftsführerin des steirischen Teichwirte- und Fischzüchterverbands, ortet Interesse bei jungen Menschen: „Im Vorjahr haben vier Steirerinnen und Steirer die Fachausbildung abgeschlossen, österreichweit waren es neun.“

Von links: Eva Keferböck, Landesrätin Simone Schmiedtbauer und Melanie Haas
Von links: Eva Keferböck, Landesrätin Simone Schmiedtbauer und Melanie Haas(Bild: LandSteiermark)

Abschuss für Fischotter wird erleichtert
Und dennoch werden laut einer Studie der Wiener Universität für Bodenkultur erst zehn Prozent des vorhandenen Potenzials genutzt. So bremsen rechtliche Hürden, etwa eine strenge Auslegung der Wasserrahmenrichtlinie. Vor allem aber bereiten Fischotter und Fischreiher Sorgen, die ganze Gewässer leer fressen. „Fischzucht ist immer schwerer zu planen. Viele Betriebe satteln um und setzen etwa auf reine Angelteichwirtschaft, das ist leichter kalkulierbar“, sagt Haas.

Fakten

  • In der Steiermark gibt es 1089 Hektar Teichfläche. Circa 160 Betriebe produzieren etwa 1000 Tonnen Fisch pro Jahr.
  • Der Teichwirte- und Fischzüchterverband hat 314 Mitglieder.
  • Die steirische Karpfenproduktion beträgt derzeit 190 Tonnen pro Jahr. Im österreichischen Vergleich machen Karpfen und Forellen etwa ein Viertel der Gesamtproduktion aus.

Während Netze den Fischreiher von seinen Beutezügen abhalten können, wird beim Fischotter der Abschuss gefordert. Das wird in der Steiermark bald einfacher möglich sein. Bei „Prädatoren“ (Raubtieren) wie Wolf, Luchs,  Wildkatze, Braunbär und eben Fischotter sollen die zersplitterten Zuständigkeiten künftig im Jagdrecht gebündelt werden. Die politischen Arbeiten dafür sind im Finale, ab Frühjahr sollten die neuen Regeln gelten.

„Familien müssen wirtschaftlich überleben können“
Die schwierigen Rahmenbedingungen betont auch Eva Keferböck, Obfrau des österreichischen Indoor-Aquakultur-Vereins und Geschäftsführerin der Garnelenfirma White Panther: „Fischzucht und Aquakultur betreibt man mit diesem hohen Zeitaufwand mit viel Liebe und Leidenschaft, es müssen die Familien jedoch auch wirtschaftlich überleben können, das ist vielfach nicht mehr der Fall.“

Schmiedtbauer fordert zudem eine gesetzliche Regelung, die festlegt, dass die heimische Lebensmittelproduktion im überwiegenden öffentlichen Interesse steht. Und sie erneuert ihren Wunsch nach einer verpflichtenden Herkunftskennzeichnung von Lebensmitteln in der Gastronomie.

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