ME/CFS-Petition

Ex-Minister Anschober steigt auf die Barrikaden

Innenpolitik
05.05.2026 22:24

80.000 Menschen sind in Österreich postviral an ME/CFS erkrankt. Doch für die neue Fassung des Nationalen Aktionsplans werden ausgerechnet die Betroffenen nicht gehört ...

Schwer an ME/CFS erkrankte Menschen liegen mit Augenbinden in abgedunkelten Räumen, können keine Geräusche ertragen. Viele Betroffene sind auf 24-Stunden-Pflege angewiesen, haben ihre Wohnungen teilweise seit Jahren nicht verlassen. Auch Kinder werden von der heimtückischen Multisystemerkrankung nicht verschont

Über die Bäckerfamilie Ströck, deren jüngster Sohn vor zehn Jahren nach einem Virus an ME/CFS erkrankt ist und die sich seither intensiv für die Erforschung der Krankheit einsetzt, wurde auch der frühere Gesundheitsminister Rudolf Anschober zum Unterstützer.

„Seit der Pandemie interessiere ich mich intensiv für Postakute Infektionssyndrome wie ME/CFS. Der Umgang damit zeugt vom absoluten Versagen von Teilen unseres Gesundheitssystems“, sagt Anschober, der auf eine wichtige Petition hinweist, die die Betroffenen-Organisation Österreichische Gesellschaft für ME/CFS jetzt gestartet hat. Denn die ausstehende Umsetzung des 2024 erstellten Nationalen Aktionsplans sorgt für Aufregung.

Soll der Plan deutlich abgeschwächt werden?
Das ausgeklügelte Maßnahmenpaket, das von Experten, Wissenschaftern, dem Referenzzentrum, Ländern und Betroffenen erstellt wurde, ist vor den letzten Wahlen nicht mehr beschlossen worden. Ministerin Korinna Schumann will dies nachholen, allerdings mit einem überarbeiteten und offenbar deutlich abgeschwächten Plan.

„Keiner weiß, was da umgesetzt wird und was auf der Strecke bleibt“, kritisiert Anschober, dass die Betroffenen in die aktuellen Gespräche über die medizinischen Leitlinien nicht eingebunden waren.

Zitat Icon

Wir hoffen auf breite Unterstützung, damit letztlich doch der ausgezeichnete Aktionsplan zur Gänze  beschlossen und umgesetzt wird.

Rudolf Anschober

Anlaufstellen, Forschung und breite Ausbildung 
In folgenden Punkten geben sie Mindestanforderungen an den längst überfälligen Nationalen Aktionsplan vor:

  • Gefordert werden der Aufbau spezialisierter Anlaufstellen und Behandlungsstrukturen,
  • verpflichtende Aus- und Fortbildungen für Gesundheits-, Pflege- und Sozialberufe mit standardisierten Ausbildungsinhalten,
  • die soziale Absicherung von Betroffenen sowie 
  • intensive Forschung und die Weiterentwicklung des Nationalen Referenzzentrums für postvirale Syndrome.

Anschober: „Wir hoffen auf breite Unterstützung, damit letztlich doch der ausgezeichnete Aktionsplan zur Gänze verbindlich für das gesamte Gesundheitssystem beschlossen und umgesetzt wird.“ – Die Petition ist gut angelaufen: „Schon jetzt zählen wir rund 1000 neue Unterstützer täglich.“

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