Ist Wal „Timmy“ tot?

Kapitän: „Hätte ich mal lieber nicht geholfen …“

Ausland
05.05.2026 21:09
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nach der Freisetzung des Buckelwals „Timmy“ gibt es zum Zustand des Meeressäugers widersprüchliche Aussagen. Unterdessen hat sich nun auch der betroffene Kapitän erstmals öffentlich zu Wort gemeldet ...

Der Kapitän der Robin Hood, Martin Bocklage, sieht sich seit seiner Rückkehr und der Freilassung von „Timmy“ am vergangenen Samstag zahlreichen Anfeindungen und Bedrohungen gegenüber.

Kapitän am Boden zerstört
Der Kapitän des Schleppers, der die Barge zog, sagte gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland: „Hätte ich mal lieber nicht geholfen. Wir dachten, dass die Walrettung sich positiv auf den Ruf unserer Reederei auswirkt. Genau das Gegenteil ist passiert. Erst wurden wir als Helden gefeiert, in den vergangenen Tagen jedoch als Mörder und Tierquäler hingestellt.“

Nach einer tagelangen Reise entlang der dänischen Ostküste verließ Buckelwal „Timmy“ am ...
Nach einer tagelangen Reise entlang der dänischen Ostküste verließ Buckelwal „Timmy“ am Samstagmorgen die Barge und schwamm Richtung offenes Meer. Seither ist sein Aufenthaltsort jedoch ungewiss.(Bild: APA-Images / dpa / Stefan Sauer)

Kapitän kontert Vorwürfen
Er bestreitet, dass die Schiffscrew Einfluss auf die Freilassung des Wals hatte. „Wir haben einfach nur unsere Anweisungen ausgeführt. In den Medien wurde jedoch dargestellt, dass wir entschieden haben, wann der Wal freigelassen wird. Das stimmt nicht“, sagte der Kapitän, hüllte sich aber gleichzeitig gegenüber dem RND in Schweigen bei der Frage, wie „Timmy“ bei seiner Freilassung die Barge verlassen habe.

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Erst wurden wir als Helden gefeiert, in den vergangenen Tagen jedoch als Mörder und Tierquäler hingestellt.

Martin Bocklage, Kapitän der Robin Hood

Wo ist „Timmy“?
Nachdem der Buckelwal mit einem Schiff in die Nordsee gebracht worden ist, bleibt weiter unklar, wo sich das Tier aufhält – und ob es überhaupt noch am Leben ist. Experten vom Deutschen Meeresmuseum in Stralsund gehen von seinem Tod aus.

Minister: „Ich richte mein Urteil an Fakten aus“
Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) reagierte seinerseits in einer Pressemitteilung auf die Aussagen des Museums: „Ich nehme die aktuelle Diskussion und die Einschätzungen des Deutschen Meeresmuseums zur Kenntnis. Den Spekulationen über den möglichen Tod des Wals schließe ich mich zum jetzigen Zeitpunkt ausdrücklich nicht an. Ich richte mein Urteil an Fakten aus.“

Sollte das Deutsche Meeresmuseum Erkenntnisse haben, „die wir nicht haben, bitte ich um entsprechende Herausgabe“, sagte Backhaus weiter. Er forderte zudem, die relevanten Daten zum Wal zügig vorzulegen und offene Fragen zu klären.

Tierärztin macht Hoffnung: „Ich glaube, dass ,Timmy‘ am Leben ist“
Tierärztin Jenna Wallace, die zwischenzeitlich aus Hawaii nach Poel reiste, um vor Ort bei der Rettung zu helfen, macht Hoffnung. „Ich glaube von ganzem Herzen, dass ,Timmy‘ am Leben ist“, schrieb die Expertin auf Facebook.

Zudem hätte sie jetzt die Bestätigung erhalten, dass das sogenannte Free-Willy-Team mit Wal-Experte Jeffrey Foster bei der Freilassung des Buckelwals dabei gewesen sei.

In den vergangenen Tagen hatte es zahlreiche Kontroversen darüber gegeben, was bei der Freilassung von „Timmy“, der entgegen dem ursprünglichen Plan an einer anderen Stelle in der Nordsee freigelassen wurde, wirklich passiert sei. Wallace schrieb dazu: „Wir werden nie die ganze Wahrheit darüber erfahren, was am Tag der Freilassung wirklich vorgefallen ist.“

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Wir werden nie die ganze Wahrheit darüber erfahren, was am Tag der Freilassung wirklich vorgefallen ist.

Tierärztin Jenna Wallace

Millionenkosten und viele Fragen bleiben offen
Auch nach der Freilassung bleiben also viele Fragen offen. Wo sich „Timmy“ derzeit aufhält, ist unbekannt. Der GPS-Sender liefert keine Ortsdaten. Thilo Maack von Greenpeace wies zudem darauf hin, dass GPS-Tracker keine Vitaldaten übermitteln und dass „Timmy“ in einer der meistbefahrenen Schiffsrouten Europas ausgesetzt wurde. Ob er überlebt und wie gesund er tatsächlich ist, bleibt also vorerst offen. Fest steht: Die Kosten der Aktion gehen in die Millionenhöhe.

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