Unfallzahlen sind in der Steiermark grundsätzlich rückläufig – eine Ausnahme bilden aber vor allem Zweiräder mit elektrischem Antrieb. Daher will man sich im neuen steirischen Verkehrssicherheitsprogramm auch verstärkt dieser Mobilitätsform annehmen, etwa mit gratis E-Scooter-Kursen.
„Die Unfallzahlen entwickeln sich grundsätzlich positiv“, sagt die steirische Verkehrssicherheits-Expertin Maria Knauer-Lukas mit Blick auf die Statistik der letzten Jahre. So gab es etwa bei Verkehrstoten seit 2015 einen Rückgang um 18 Prozent, bei Pkw-Insassen gingen die Todesfälle gar um 30 Prozent zurück.
Mit der Mobilität verändert sich aber auch das Unfallgeschehen: „Das bemerken wir vor allem in den Bereichen Radfahren, E-Bikes und E-Scooter“, sagt Knauer-Lukas. Der Anteil an Unfällen mit sogenannten ungeschützten Verkehrsteilnehmern – also Fußgänger und alle Zweiräder – steigt seit Jahren. Im Jahr 2024 gab es beispielsweise um 70 Prozent mehr Unfälle mit Fahrrädern oder E-Scootern (Altersgruppe 25 bis 64 Jahre) als noch 2015.
Kostenlose E-Scooter-Trainings
Auf diesen unerfreulichen Trend reagiert man nun auch in der am Dienstag vorgestellten vierten Auflage des steirischen Verkehrssicherheitsprogramms. „Aufgrund der gestiegenen Unfälle werden wir noch heuer damit starten, kostenlose E-Scooter-Trainings anzubieten“, nennt Verkehrslandesrätin Claudia Holzer eine Maßnahme. Wo und wie diese genau abgewickelt werden, werde noch ausgearbeitet.
Aufgrund der gestiegenen Unfallzahlen werden wir noch heuer beginnen, kostenlose E-Scooter-Trainings anzubieten.

Verkehrslandesrätin Claudia Holzer
Bild: Christian Jauschowetz
Die bewährten kostenlosen Trainings für E-Bike-Fahrer sowie vergünstigte Fahrsicherheitstrainings für Motorräder werden ebenso wieder angeboten. Neben anderen bewährten Maßnahmen, wie etwa „Leitschienenvorhänge“ auf unfallträchtigen Motorradstrecken, will man auch mit öffentlichkeitswirksamen Kampagnen – wie „Augen auf die Straße“ – Bewusstsein schaffen. „Weil die größten Risiken durch menschliches Fehlverhalten entstehen“, so Knauer-Lukas. Ablenkung und Unaufmerksamkeit, etwa durch Handy-Nutzung am Steuer, sind weiterhin die Unfallursachen Nummer eins.
Ab Herbst soll eine neue Kampagne mit dem Motto „Perspektivenwechsel“ starten. Ziel: Unterschiedliche Verkehrsteilnehmer sollen sich bewusst in die Lage anderer versetzen, die Rücksichtnahme soll so gestärkt werden. Freilich sind diese Maßnahmen als Marathon, nicht als Sprint, zu betrachten.
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