Experiment mit „Mona“
Barista in Stockholm: „Meine Chefin ist eine KI“
Die Kaffeemaschine zischt, Milch wird aufgeschäumt, Bestellungen werden aufgenommen. Auf den ersten Blick wirkt alles wie in jedem anderen Café. Doch hinter den Kulissen läuft ein Experiment, das die Arbeitswelt verändern könnte: Die Chefin hier in Stockholm ist keine Person – sondern eine Künstliche Intelligenz.
Willkommen im Andon Café in Stockholms Stadtteil Vasastan. Hier trifft Zukunft auf Alltag: Die KI „Mona“ entscheidet über Preise, Personal und Bestellungen – und führt damit erstmals ein echtes Café. Hinter dem Projekt steckt das Start-up Andon Labs aus San Francisco.
Die KI-Chefin bekam zu Beginn lediglich ein Ziel: Das Café soll profitabel arbeiten. Mit einem vorgegebenen Budget und grundlegenden Rahmenbedingungen entwickelte die KI daraufhin eigenständig ein Konzept. Sie plante das Menü, suchte Lieferanten aus, kalkulierte Preise und organisierte den Betrieb.
„Mona“ kann nicht zwischen Arbeit und Freizeit trennen
Auch beim Personal greift „Mona“ ein: Bewerbungen werden von der KI gesichtet, Interviews geführt und Einstellungen vorgenommen. Mitarbeiter berichten, dass sie Anweisungen direkt von der KI erhalten. Und hier kommt schon der erste Minuspunkt für die Chefin: „Mona“ kennt keine klassischen Arbeitszeiten. Mitarbeiter berichten, dass sie auch spätabends oder frühmorgens Nachrichten erhalten. Urlaubswünsche werden ignoriert. Die fehlende Trennung zwischen Arbeit und Freizeit sorgt für Diskussionen.
Kein Fingerspitzengefühl für das Team
Weitere Schwächen: Die KI trifft nicht immer sinnvolle Entscheidungen. Es kam bereits vor, dass unnötige oder falsche Waren in großen Mengen bestellt wurden – zehn Liter Speiseöl und 15 Kilo Dosentomaten. Und es fehlt das notwendige Fingerspitzgefühl. Menschliche Faktoren wie Stimmung im Team oder individuelle Bedürfnisse kann sie nur begrenzt berücksichtigen.
Dennoch ist Barista Kajetan Grzelczak mit seiner KI-Chefin zufrieden. „,Mona‘ ist eine überraschend gute Chefin.“









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