Ist die Schwimm-Zukunft bald in trockenen Tüchern? Die Stadt Wörgl hat die Planung für das 28-Millionen-Projekt „Badl“ beim Land eingereicht. Es vereint Schulschwimmen für die Region mit Sauna und Freibad. Der Baustart ist März 2027 geplant – fatale Gegenströmungen nicht ausgeschlossen ...
Geht es jetzt Zug um Zug – oder geht das Wörgler Regionalbad („Badl“) doch noch sang- und klanglos unter? Ein Jahr nach der Vorstellung erster Pläne ist man zumindest einige Schritte weiter.
Bürgermeister Michael Riedhart und drei Mitstreiter präsentierten am Montag mit viel Optimismus den Fahrplan für das 28 Millionen Euro teure Projekt. „Die Planungen sind fertig und beim Land eingereicht“, begann der Stadtchef.
55 Prozent sollen vom Landes-Bädertopf fließen
Noch im Sommer wird grünes Licht für das Geld aus dem Bädertopf des Landes (55 Prozent der Investitionssumme, aber abzüglich 2,5 Millionen Euro für die Gastro) erwartet, im Herbst sollen die großen Ausschreibungen folgen. „Für März 2027 wird der Baustart angestrebt“, sagte Juri Nindl, Geschäftsführer der Schwimmbad GmbH. Er rechnet mit einer Bauzeit von 18 bis 24 Monaten.
Wenn dieses Regionalbad nicht kommt, sitzt das Tiroler Unterland noch jahrelang auf dem Trockenen.

Bürgermeister Michael Riedhart
Bild: Hubert Berger
Drei zentrale Bausteine vorgesehen
Im Kern entsteht ein Freibad (sechsmal 25 Meter samt Sprungbecken), ein Hallenbad (viermal 25 Meter Sportbecken, plus Lehrschwimmbecken) und eine große Saunalandschaft, die an das frühere Wave anknüpfen soll. Vorgesehen sind 150 Pkw-Stellplätze.
Damit Kinder schwimmen lernen ...
Zentral ist das Schulschwimmen – „hier geht es nicht um Luxus, sondern um eine Grundversorgung, denn Ertrinken ist die häufigste Todesursache bei Kindern“, erinnerte Christopher Lentsch vom Bäderbeirat. Er appelliert an die Politgegner, das zeitverzögernde Zerreden des Projekts endlich einzustellen. Die Verantwortlichen rückten wohl nicht zuletzt deshalb näher zusammen: Andreas Schmidt, Obmann des Bäderbeirates, lobte jedenfalls den „Teamspirit“.
Laufende Kosten je nach Schülerzahl von Gemeinden
120 Volksschulklassen pro Jahr will man an Vormittagen einbinden, am Nachmittag auch Mittel- und Bundesschulen. „Je nach Schülerzahl leisten die Gemeinden einen Beitrag für die laufenden Kosten – insgesamt 120.000 Euro, fix indexiert“, präzisierte Riedhart. Die Gespräche mit den Orten (geografisch bis ins Alpbachtal, Söll, Westendorf) würden gut laufen.
Wave-Areal wird nun Gewerbegebiet
Ende August 2021 endete die Ära der Wörgler Wasserwelt Wave, eine nötige Sanierung hätte Millionen verschlungen. Jetzt fahren am Areal im Westen der Stadt die Bagger auf. „Hier entsteht ein Gewerbegebiet“, bekräftigte Bürgermeister Michael Riedhart bei der Präsentation der neuen Bad-Pläne. Für beinahe ein Drittel der Fläche und 6000 m² würden bereits Gespräche mit Interessenten laufen. Dies sei auch eine Gegenfinanzierung für das neue „Badl“. Angestrebt werden Firmen, die (Produktions-)Jobs bieten.
Ob andere Tiroler Projekte eine Konkurrenz im begrenzten Fördertopf sind? Riedhart erinnert an die Bäderstudie, wonach Imst und der Raum Wörgl die gravierendsten „weißen Flecken“ seien.
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