Sa, 23. Juni 2018

272 Leichen geborgen

21.07.2014 12:58

Die Bilder des Grauens von der MH17-Absturzstelle

Nach dem Abschuss von Flug MH17 über dem Osten der Ukraine beschuldigen sich die Regierung in Kiew und die prorussischen Separatisten weiterhin gegenseitig, die Tat begangen zu haben. Während Russlands Präsident Wladimir Putin angesichts wachsenden internationalen Drucks mittlerweile seine "volle Kooperation" bei der Aufklärung des Absturzes zusagt hat, sind jetzt auch neue Bilder von der Bergung der 298 Leichen an der Absturzstelle veröffentlicht worden. Sie machen das erschütternde Ausmaß der Katastrophe deutlich.

Es sind dramatische Bilder, die am Sonntagabend von der Absturzstelle rund 60 Kilometer östlich der ostukrainischen Stadt Donezk um die Welt gehen: Die sterblichen Überreste der Insassen der Boeing 777 der Malaysia Airlines liegen - vor ihrem geplanten Abtransport in Leichensäcke gepackt - am Straßenrand aufgereiht. Weitere Leichen und Gepäckstücke sind noch zwischen ausgebrannten Flugzeugteilen liegend neben der Straße zu sehen. Die Suche nach Leichen und Trümmern war zuletzt auf eine Fläche von 34 Quadratkilometer ausgeweitet worden.

Leichentransport: "Terroristen verhindern Abfahrt"
Bergungskräfte am Ort des Absturzes der Passagiermaschine bargen nach Angaben der Regierung in Kiew bis Montagvormittag 272 Leichen und mehr als 86 Leichenteile. Unterdessen sei ein zweiter Kühlzug zur Lagerung der Toten eingetroffen, erklärte ein Regierungsausschuss am Montagmorgen. Rund 250 Leichen werden in einem ersten Kühlzug aufbewahrt. Die ukrainische Regierung verlangt den Abtransport der Toten in das von ihr kontrollierte Gebiet. Der Zug stehe aber noch immer in der Ortschaft Tores, weil "die Terroristen seine Abfahrt verhindern", hieß es.

Bewaffnete Separatisten und chaotische Zustände hatten am Wochenende am Absturzort eine Untersuchung der Wrackteile massiv behindert. Bis zu 900 Aufständische würden die Rettungskräfte ständig überwachen und erheblich einschränken, klagte der ukrainische Vize-Regierungschef Wladimir Groisman am Sonntag.

Auch US-Außenminister John Kerry prangerte andauernde Behinderungen der Ermittlungen durch die Separatisten an, die beispielsweise Material von der Absturzstelle entfernt hätten. Es gebe seinen Angaben zufolge auch Erkenntnisse darüber, dass betrunkene Rebellen würdelos sterbliche Überreste der Flugzeuginsassen auf Lastwagen übereinandergestapelt hätten. ORF-Korrespondent Christian Wehrschütz, der sich derzeit am Ort des Absturzes befindet, konnte die Vorwürfe jedoch nicht bestätigen.

Erste internationale Spezialisten vor Ort
Drei niederländische Experten zur Identifizierung von Leichen trafen am Montagvormittag in dem von Rebellen kontrollierten Gebiet bei Donezk ein. Ein Sprecher der Separatisten sagte, sie würden den Spezialisten helfen, den Absturzort zu besichtigen und die in Kühlwaggons gelagerten Leichen zu inspizieren. Die Rebellen würden auch den Rat der Experten hören, wohin die Toten gebracht werden sollten, hieß es.

Die Niederlande werden die internationale Identifizierung der Opfer in der Ostukraine koordinieren, hatte der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte zuvor in Den Haag bekannt gegeben. Im ostukrainischen Charkow soll demnach ein Koordinationszentrum für die Identifizierung der 298 Opfer eingerichtet werden. Derzeit sind schon Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in dem Gebiet. Sie waren die ersten Ausländer, die zeitweise Zugang zum Absturzort erhalten hatten.

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte den Niederlanden am Sonntagabend bei einem Telefonat mit Rutte seine Unterstützung bei der Übergabe der sterblichen Überreste der Opfer des abgestürzten Flugzeuges sowie der Flugschreiber zugesagt (siehe Story in der Infobox). US-Außenminister Kerry gab sich unterdessen überzeugt davon, dass eine direkte Verbindung von Russland zum Abschuss von Flug MH17 über der Ostukraine bestehe.

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