„Krone“-Interview

„Nürnberg“: „Russell Crowe hatte Angst vor Rolle“

Unterhaltung
04.05.2026 05:00

Im neuen Film „Nürnberg“ (ab Donnerstag im Kino) spielt der Hollywoodstar Russell Crowe den NS-Kriegsverbrecher Hermann Göring vor seinem Prozess. Die „Krone“ sprach mit Regisseur James Vanderbilt.

Normalerweise ist James Vanderbilt als Drehbuchautor, Produzent oder Regisseur verantwortlich für Massen-Blockbuster wie die „Scream“-Horrorfilme, „Zodiac“ oder „Spider-Man“-Comicverfilmungen. Doch jetzt hat ihn eine ganz andere Geschichte gepackt. Nämlich jene der Nürnberger Prozesse, genauer gesagt das Zusammentreffen von Hermann Göring mit dem Gefängnispsychiater Douglas Kelley: „Ich kannte natürlich die Nürnberger Prozesse, aber hatte noch nie von Douglas Kelly gehört. Ich wurde ganz fasziniert von diesem psychologischen Duell zwischen Kelly und Göring. Ich habe mein eigenes Geld reingesteckt, um die Filmrechte zu kriegen, während die Buchvorlage noch geschrieben wurde“, berichtet Vanderbilt im Interview mit der „Krone“.

Dass dies eine für ihn untypische Thematik ist, machte ihm keine Sorgen: „Ich war immer schon fasziniert von historischen Filmen, aber es ist natürlich ehrlicherweise schwieriger, sie zu machen. Es ist leichter, einen neuen ,Scream’-Teil auf den Weg zu bringen, das ist klar. Und solche Filme liebe ich ja genauso und bin stolz auf sie.“

„Nürnberg“ mit Rami Malek ist ab Donnerstag im Kino
„Nürnberg“ mit Rami Malek ist ab Donnerstag im Kino(Bild: Polyfilm / Sony Pictures Classics)

Wirklich ins Rollen brachte „Nürnberg“ (ab Donnerstag im Kino) dann die Zusage von Superstar Russell Crowe, der die Hauptrolle des Hermann Göring spielt: „Russell Crowe war wundervoll. Er sagte zu mir: ,Als ich das Drehbuch gelesen habe, hatte ich Angst vor der Rolle. Und deshalb habe ich Ja gesagt.’ Mit seinem Namen kam dann auch das Interesse und das Budget. Er hat wahnsinnig viel zu dem Thema selbst recherchiert, er bereitet sich immer akribisch vor. Er redet aber nicht gern darüber, wie er etwas macht, da ist er sehr altmodisch. Lieber will er, dass es für alle wie Zauberei aussieht“, lacht Vanderbilt. Der neben Crowe auch „Bohemian Rhapsody“-Star Rami Malek als Gefängnispsychiater und Shootingstar Leo Woodall als dessen Assistenten verpflichten konnte: „Als Regisseur war das alles ein Traum. Eine der besten Erfahrungen als Filmemacher. Ich habe dadurch auch darüber nachgedacht, Geschichten wieder globaler zu erzählen, nicht immer nur für die USA.“

Im Film sieht man auch Originalaufnahmen aus den KZs. Eine harte Entscheidung für einen Spielfilm, doch: „Ich wollte von Anfang an unbedingt historische Aufnahmen in den Film einbauen. Ich wollte, dass man spürt, dass die Leute in dem Gerichtssaal alle wollten, dass es endlich zu Ende ist. Aber es ging immer noch weiter. Damals zeigten sie eine Stunde lang Videomaterial. Es ist wichtig, zu ehren, was passiert ist. Wir haben damals bei den Dreharbeiten eine Schweigeminute gemacht. Es war ein harter Tag.“

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