In vielen Tiroler Gemeinden stehen ereignisreiche Tage bevor. Mit dem Eintritt in den Wonnemonat sind viele Traditionen verbunden. Die „Tiroler Krone“ stellt einige davon vor.
Um kaum einen Feiertag haben sich so viele unterschiedliche Traditionen und Bräuche gebildet wie um den 1. Mai.
Die ersten Feierlichkeiten beginnen meist schon am Vortag bzw. -abend, wenn in vielen Gemeinden Maibäume aufgestellt werden. Nicht selten hat jeder Ortsteil seinen eigenen, wodurch Tirol wohl auf mehr als 300 Maibäume kommen dürfte. Meist geschieht das Aufstellen per Kran, in einigen Dörfern wird der Baum jedoch noch händisch mit langen Stangen, den so genannten „Schwalben“, aufgerichtet – zum Beispiel in Radfeld.
Steht der Baum, ist die Sache noch nicht vorbei. Denn bis zum Morgen des 1. Mai darf er nicht gestohlen oder angesägt wird. In vielen Gemeinden harren Bewacherinnen und Bewacher dafür die ganze Nacht am Lagerfeuer neben dem Baum aus. Aufmerksamkeit ist auch zuvor geboten: Es soll schon vorgekommen sein, dass Bäume zu Schaden kamen, als sie noch im Wald lagen, dass Kränze gestohlen wurden oder das Loch, in dem der Maibaum stehen sollte, zugeschüttet wurde – eine Blamage für den geschassten Ort, ein Triumph für jene, denen der Coup gelang.
Kapellen wecken die Tiroler mit Blasmusik
Viel Schlaf ist so manchen Tirolern in der kommenden Nacht also wohl nicht vergönnt. Und auch das Ausschlafen könnte schwierig werden. Denn vielerorts ziehen ab dem frühen Morgen die Musikkapellen von Haus zu Haus, um beim traditionellen Maiblasen, Maiwecken oder Maianblasen auf sich aufmerksam zu machen und Spenden für den Verein zu sammeln. Traditionell wird ihnen an der einen oder anderen Station auch Verpflegung angeboten.
In einigen Gemeinden ist der 1. Mai auch der Tag der Grasausläuter. Grundsätzlich wird der Brauch, bei dem Kinder mit Glocken den Winter austreiben, um den Georgstag am 23. April praktiziert, in einigen Orten wird dafür jedoch auch der 1. Mai genutzt, etwa in Tux.
Die Politik, vor allem die SPÖ, wiederum feiert an dem Datum den „Tag der Arbeit“, in einigen Städten finden entsprechende Feste statt.
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