Theater im Bahnhof

Der Impro-Montag in Graz steigt bald zum 1000. Mal

Steiermark
26.04.2026 17:00

Seit 30 Jahren spielt das Theater im Bahnhof den „Impro-Montag“ in Graz. Am 11. Mai feiert man die 1000. Show – am öftesten mit dabei war Bühnentechnikerin Claudia Holzer. Die „Krone“ hat mir ihr über das Jubiläum gesprochen.

Spiel mir einen Western über einen verlorenen Kaugummi mit zwei lispelnden Cowboys. Der Ruf aus dem Publikum ist klar und deutlich – die Darsteller auf der Bühne reagieren schnell, und schon entsteht Magie. Impro-Theater oder Theatersport nennt sich diese spontane Form der Bühnenkunst. Das Grazer Theater im Bahnhof (TiB) zählt europaweit zu den besten Truppen – und das seit mittlerweile 30 Jahren. Und um in Übung zu bleiben, muss man regelmäßig trainieren. Beim TiB passiert das jeden Montag im kleinen Saal des Orpheum – und vor Publikum.

Am 11. Mai steht nun eine besondere Trainingseinheit an – das TiB spielt den Impro-Montag zum 1000. Mal. Was für ein Jubiläum! Und am öftesten mit dabei war nicht etwa eine der Schauspielerinnen oder Schauspieler, sondern die Bühnentechnikerin und Beleuchterin Claudia Holzer.

Claudia Holzer: Seit 15 Jahren fast jeden Montag mit dabei.
Claudia Holzer: Seit 15 Jahren fast jeden Montag mit dabei.(Bild: Johannes Gellner)

Seit 15 Jahren steht sie quasi jeden Montag an den Reglern: „Das sind auch für mich besondere Shows, weil da auch von mir Kreativität gefragt ist“, erzählt sie. Bei normalen Stücken ist sie als Technikerin ja eher Befehlsempfängerin und setzt um, was die Regie sich wünscht. „Improtheater ist nie nur Dienst nach Vorschrift, sondern da bin ich Teil des Ensembles. Je nachdem welche Stimmung ich zum Beispiel mit dem Licht mache, ändert sich auch die Szene. Wenn ich auf Rot schalte, reiten die lispelnden Cowboys in die Hölle. Bei Grün hingegen geht’s auf die Hundewiese“, lächelt sie.

Dafür braucht es aber natürlich auch außerordentliche Schauspieler auf der Bühne. Und Holzer hat beobachtet, wie die TiB-Spieler über die Jahre immer besser wurden: „Sie sind wie gut eingespielte Jazz-Musiker. Sie wissen, wie sie gemeinsam Szenen kreieren. Aber – und das ist das Tolle und macht die Arbeit auch für mich so spannend – sie ruhen sich nicht auf ihren Lorbeeren aus, sondern probieren immer wieder etwas Neues, entwickeln neue Formate und spielen auch Rollen oder Szenen, die sich das Publikum immer wieder wünscht, nie gleich.“

Benannt wurde der Impro-Montag im Orpheum nach „Sport am Montag“ – Helmut Köpping (re.) vom ...
Benannt wurde der Impro-Montag im Orpheum nach „Sport am Montag“ – Helmut Köpping (re.) vom Theater im Bahnhof begrüßte auch dessen Moderator Robert Seeger einmal in der Show.(Bild: Johannes Gellner)

Das Publikum kommt heute mehr denn je
Und das lockt auch bis heute das Publikum an: „Nach Corona hatten wir Angst, dass die Leute nicht mehr kommen würden. Und es hat auch gedauert. Aktuell kommt das Publikum aber mehr denn je. Man merkt eine große Sehnsucht, Abende zu erleben, die einzigartig sind und nur im Moment existieren.“ Und so plant das TiB für die 1000. Montags-Show auch groß: So gut wie das ganze Ensemble ist im Einsatz, es gibt eine Live-Band und eine prominente Moderation. „Wenn wir genug Tickets verkaufen, gehen wir sogar auf die große Bühne“, freut sich Holzer.

Apropos große Bühne: Hat Holzer in all den Jahren nie den Drang empfunden, selbst auf die Bühne zu gehen? „Nur wenn es technische Probleme gibt und ich ein Kabel anstecken muss“, lacht sie. „Ich liebe die kreative Arbeit – aber mir ist lieber, ich mache das Rampenlicht, als ich stehe selber drin.“ Mit der 1000. Show verabschiedet der Impro-Montag sich in die Pause – im Herbst geht es aber weiter.

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