Tadej Pogacar hat zum vierten Mal den Ardennen-Klassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich gewonnen und ist nur noch einen Erfolg vom Rekord entfernt. Der Straßenrad-Weltmeister setzte sich nach 259,9 Kilometern vor dem französischen Supertalent Paul Seixas durch und sicherte sich den dritten Triumph in Folge.
Die Bestmarke von fünf Siegen bei der Doyenne hält Belgiens Ikone Eddy Merckx. Frankreich wartet weiter auf einen Erfolg, zuletzt siegte 1980 Bernard Hinault.
Auf dem mit 4.400 Höhenmetern und elf harten Anstiegen schwersten der Frühjahrsklassiker musste der ebenfalls favorisierte Remco Evenepoel früh abreißen lassen. Der Belgier konnte Pogacars Attacke an der durchschnittlich zehn Prozent steilen Cote de la Redoute rund 35 Kilometer vor dem Ziel nicht folgen. Zuvor war Evenepoel Teil einer Spitzengruppe, die sich kurz nach dem Start gebildet hatte. Die 52 Fahrer hatten teilweise vier Minuten Vorsprung vor Pogacar und Co., wurden 94 Kilometer vor dem Ziel allerdings wieder eingeholt.
Pogacar nach Drucksituation erleichtert
Der Slowene zeigte sich nach seinem Triumph erleichtert. „Erneut eines der größten Rennen des Radsports zu gewinnen, bedeutet mir sehr viel. Ich fahre nicht viele Rennen, deshalb habe ich nicht viele Möglichkeiten zu gewinnen. Der Druck ist deshalb immer groß“, sagte Pogacar.
Der 27-Jährige, der das Rennen mit Trauerflor bestritt, suchte nach der Zieleinfahrt einen Moment der Stille, zeigte immer wieder in Richtung Himmel und widmete den Sieg seinem vor wenigen Tagen unerwartet gestorbenen Ex-Teamkollegen Cristian Camilo Munoz. Der 30-jährige Kolumbianer war von 2019 bis 2021 Pogacars Teamkollege beim Team UAE.
Munoz war bei der Tour du Jura gestürzt und im Krankenhaus wegen einer Knieverletzung behandelt worden. Später sei laut Teamangaben eine schwer zu kontrollierende Infektion festgestellt worden – trotz medizinischer Versorgung verschlechterte sich sein Zustand und es kam zu Komplikationen, an denen er schließlich starb.
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