Do, 21. Juni 2018

20 Jahre Haft drohen

08.07.2014 08:27

Boston-Attentat: Mutmaßlicher Helfer vor Gericht

Gut ein Jahr nach dem Anschlag auf den Boston-Marathon hat in der Stadt der erste Prozess gegen einen mutmaßlichen Helfer der Attentäter begonnen. Dem jungen Kasachen Azamat Taschajakow wird vorgeworfen, Beweismaterial beiseitegeschafft zu haben, sein Anwalt bemühte sich am Montag, die Vorwürfe zu zerstreuen. Dem 20-Jährigen drohen bei einer Verurteilung 20 Jahre Haft.

Die Staatsanwaltschaft wirft Taschajakow vor, an einem Komplott der Boston-Bomber Tamerlan und Dzhokhar Tsarnaev beteiligt gewesen zu sein. Taschajakow, ein früherer Freund Dzhokhar Tsarnaevs, habe zudem drei Tage nach dem Anschlag den Laptop sowie einen Rucksack mit Feuerwerkskörpern und Schwarzpulverrückständen aus dem Zimmer des Freundes verschwinden lassen. Alles sei in einer Abfalltonne entsorgt worden.

Staatsanwältin: "Tsarnaev brüstete sich mit Bombenbau"
Eine Staatsanwältin schilderte am Montag zu Beginn des Verfahrens das Freundschaftsverhältnis Taschajakows mit Tsarnaev. Beide besuchten die University of Massachusetts Dartmouth. Dort habe sich Tsarnaev während eines Essens im März 2013 damit gebrüstet, eine Bombe bauen zu können. Er benötige aber noch Schwarzpulver, habe er gesagt. Tsarnaev habe zudem erklärt, dass es "gut ist, als Märtyrer zu sterben", führte Anklägerin Stephanie Siegmann aus.

Tsarnaevs letzte Botschaft: "Nimm, was im Zimmer ist"
Am 18. April, drei Tage nach dem Attentat mit drei Toten und 264 Verletzten, sei Taschajakow mit zwei Freunden in das Zimmer Tsarnaevs gegangen. Zuvor habe ihm die Bundespolizei FBI Fotos der verdächtigen Tsarnaev-Brüder vorgelegt. Auch habe Taschajakow nach dem Anschlag noch Kurznachrichten per Handy mit dem jüngeren der beiden Tsarnaev-Brüder ausgetauscht. Darin habe ihm dieser erlaubt, in das Zimmer zu gehen und "zu nehmen, was dort ist". Taschajakow habe geantwortet: "Ha Ha :)", sagte Staatsanwältin Siegmann. Dann habe er die besagten Gegenstände fortgeschafft.

Anwalt: Mandant war "Bengel", wollte kein "Märtyrer" werden
Taschajakows Anwalt, Nicholas Woolridge, sagte dagegen, sein Mandant sei zu jener Zeit ein "Bengel" gewesen, der nur durch seinen Freund in die Geschehnisse rund um das Attentat hineingezogen worden sei. Sein Mandant habe nie ein "Märtyrer" werden wollen. "Er wollte niemals die Justiz behindern. Geben Sie ihm eine Chance", sagte Woolridge zu Jury.

Prozess gegen Dzhokhar Tsarnaev beginnt im November
Der mittlerweile 20-jährige Dzhokhar Tsarnaev sitzt im Bundesgefängnis Fort Devens in Massachusetts ein. Bei dem Prozess, der am 3. November beginnen soll, strebt das US-Justizministerium die Todesstrafe an. Die Verteidigung könnte US-Medien zufolge versuchen, die Tat vor allem dem verstorbenen Tamerlan zur Last zu legen.

Der ältere Bruder, der wenige Tage nach der Attacke bei einer Verfolgungsjagd mit der Polizei getötet wurde, soll Kontakte zu radikalen Islamisten gehabt haben. Die US-Behörden hatten ihn bereits 2011 wegen möglicher Terrorverbindungen im Visier.

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