Zahlreiche steirische Burgen und Schlösser stehen zum Verkauf. Neue Inserate gesellen sich zu alten, für die sich offensichtlich keine Käufer finden. Immobilienmakler sagen: „Ein solches Prestigeobjekt braucht Geld und Zeit – und kann sich wirtschaftlich nur sehr schwer rentieren.“
Hoch oben in Sankt Stefan ob Leoben thront ein Kulturdenkmal, das zu verfallen droht: Die im 12. Jahrhundert errichtete Burgruine Kaisersberg sucht einen neuen Besitzer, der ihren Erhalt garantieren soll. Peter Mayer, seit 2020 Burgherr, möchte sich zurückziehen, „weil ich schon sehr alt bin“, wie er sagt. Seit einem halben Jahr steht die Burg nun zum Verkauf – Kostenpunkt 250.000 Euro.
„Es gibt schon mehrere Interessenten, aber noch keinen Käufer“, sagt Mayer. In Zeiten von Teuerung und schwer leistbarem Wohnraum stellt sich die Frage, wer sich eine solche Immobilie noch leisten kann. Bezeichnendes Beispiel hierfür ist die Burg Rabenstein, die seit über zwei Jahren inseriert ist. Eingangs um zehn Millionen Euro, mittlerweile ohne Preisangabe.
Noch hat sich kein passender Käufer gefunden, sagt Burgherr Jürgen Unterrainer: „Bei solchen Immobilien kann es manchmal schnell gehen, aber meistens dauert es einfach länger.“ Geeignet wäre die Immobilie als Ort für Veranstaltungen wie Hochzeiten und Seminare. Unterrainer schwärmt von der „schlüsselfertigen Burg, die von A bis Z renoviert wurde und in der man sich sofort verwirklichen kann“.
Schlösser-Markt quasi gesättigt
Scheinbar fehlt den Steirern aber dazu das nötige „Kleingeld“. „Es wird immer schwieriger, Interessenten zu finden“, sagt Hans Kottulinsky, der das Schloss Klaffenau vermarktet. „Der Markt ist schon ziemlich ausgereizt. Ein solches Prestigeobjekt braucht Geld und Zeit – und kann sich wirtschaftlich nur sehr schwer rentieren.“ Verkaufspreis für das „historische Investitionsobjekt“ bei Hartberg: 1.021.500 Euro.
Die Liste der inserierten Ruinen, Burgen und Schlösser in der Steiermark ist lange. Neu am Markt ist unter anderem auch das Schloss Freienstein nahe Leoben um 1.950.000 Euro. Als Uralt-Inserat gilt hingegen der ehemalige SIM-Campus samt Helikopterlandeplatz in Eisenerz um 2.500.000 Euro. Insgesamt zählt die Steiermark laut Landesstatistik 360 Burgen, Ruinen, Burgställe, Ansitze, Befestigungsanlagen und Schlösser. Erst kürzlich fand jedoch eine andere Sehenswürdigkeit in Graz eine neue Besitzerin: Die Stadt erwarb das Glockenspielhaus um 3,4 Millionen Euro.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.