„Ausgeschnitzelt“

Empfohlene Jahresration Fleisch bereits gegessen

Österreich
13.04.2026 09:05
Porträt von krone.at
Von krone.at

Es wird zu viel Fleisch gegegessen – diese Tatsache ist wohl jedem bekannt. Das Ausmaß könnte jedoch überraschen: Denn am Dienstag ist bereits der Tag erreicht, an dem die Österreicher die empfohlene Jahresration Fleisch gegessen haben.

Die Tierschutzorganisation Vier Pfoten macht auf den „Meat Exhaustion Day“ (Fleischerschöpfungstag) aufmerksam: Die Zahlen sind ernüchternd: Die Gesundheitsorganisisation Eat Lancet Kommission legt pro Kopf 16,4 Kilo Fleisch pro Jahr nahe. Tatsächlich werden aber 58 Kilo pro Kopf jährlich verbraucht.

„Risiko für Gesundheit und Umwelt“
Das sind dreieinhalb Mal mehr Fleisch pro Jahr als empfohlen. Um die Menge anschaulich zu machen, vergleicht „Vier Pfoten“ diese mit Schnitzel:  Die Österreicher verdrücken pro Woche statistisch 7,44 Schnitzel, sie sollten aber lediglich 2,1 des Nationalgerichts zu sich nehmen. „Eigentlich müssten angesichts dieser Zahlen alle Alarmglocken schrillen.(...) Wir müssen endlich zur Kenntnis nehmen, was dieser Exzess bedeutet: Abgesehen vom enormen Tierleid riskieren wir unsere Gesundheit und gefährden darüber hinaus unsere Umwelt massiv“, sagte Vier Pfoten-Kampagnenleiterin Veronika Weissenböck.

Die Produktion von Fleisch verschlingt große Mengen Ressourcen wie lanwirtschaftliche Flächen ...
Die Produktion von Fleisch verschlingt große Mengen Ressourcen wie lanwirtschaftliche Flächen und Wasser Zudem steigt bei übermäßigem Fleischkonsum das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, und Diabetes.(Bild: APA/Caroline Seidel)

Vier Pfoten: Rabattaktionen als „Brandbeschleuniger“
Die „allgegenwärtigen Rabattaktionen von Fleisch im Lebensmittel-Einzelhandel wirken dabei als ,Brandbeschleuniger‘“, kritisierte die Tierschutzorganisation. „Wenn tierische Lebensmittel regelrecht verramscht werden, sinkt natürlich das Bewusstsein für ihren Wert. Dass für unsere Nahrung ein Tier gestorben ist, wird dann noch mehr in den Hintergrund gedrängt. Außerdem steigt der Preisdruck umso mehr, was langfristig zu einer Verschlechterung der Haltungsbedingungen der Tiere führt. Daher gilt: Wer billiges Fleisch kauft, zementiert Tierqual“, betonte Weissenböck.

Vier Pfoten machte auch darauf aufmerksam, dass dieses Konsumverhalten enorme Auswirkungen auf Klima und Umwelt habe. Die landwirtschaftliche Tierhaltung – zum großen Teil die Intensivtierhaltung – verursache weltweit in etwa so viel Treibhausgasemissionen wie der gesamte Verkehrssektor und stelle einen maßgeblichen Verursacher der Klimakrise dar. Auch aus diesem Grund habe die Eat Lancet Kommission die sogenannte Planetendiät vorgeschlagen, die Grundlage des „Meat Exhaustion Day“ sei. Der Konsum von Fleisch soll den Empfehlungen zufolge deutlich reduziert werden, die Ernährung pflanzenbasiert sein. Was auch der Gesundheit zugute käme: Laut einer Studie der Harvard Universität würde eine Umstellung des Essverhaltens die frühzeitige Sterblichkeit um bis zu 30 Prozent reduzieren.

Weniger Fleisch ist gut für die Gesundheit
Eine Umstellung auf diese Ernährungsweise ist aber nicht nur gut für Tiere, Klima und Umwelt, sondern nützt laut einer Studie der Harvard Universität auch der Gesundheit deutlich und kann eine frühzeitige Sterblichkeit um bis zu 30 Prozent reduzieren. „Vier Pfoten“ forderte ein Verbot von Rabattaktionen auf Fleisch sowie eine konsequente Kennzeichnung tierischer Produkte nach Haltungsform und Herkunft, und zwar flächendeckend vom Lebensmitteleinzelhandel bis zur Gastronomie.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung