Spektakel am Gletscher

„Die bisher härteste Schlacht für Hannibal“

Tirol
11.04.2026 17:00

6000 Besucher trotzten Freitagabend dem Wetter und erlebten die Schlacht um Rom bei Wind und Schneefall. Einige Showelemente fielen zwar aus, doch die Darsteller warfen sich umso mehr ins Zeug.

Brot und Spiele – panem et circenses – sowie eine ordentliche Portion Schnee und Wind wurden am Freitagabend am Rettenbachferner auf knapp 2700 Metern Seehöhe serviert. Und Hannibal hielt erneut, was die Macher rund um Regisseur Hubert Lepka und Initiator Ernst Lorenzi vorab versprochen hatten: Action, Action, Action! „Wobei“, so Lepka unmittelbar nach der etwas mehr als einstündigen Aufführung, „das sicher die bisher härteste Schlacht für Hannibal war, die er jemals in Sölden geschlagen hat“. Davon konnte sich dieses Mal auch der bekannte Hannibal- und Karthago-Forscher Abdelaziz Belkhodja aus Tunesien überzeugen.

Es war wieder ein bombastisches Bild, als die Pistenbullys am Freitagabend hinter Hannibal über ...
Es war wieder ein bombastisches Bild, als die Pistenbullys am Freitagabend hinter Hannibal über den Rettenbachferner zogen. Schneetreiben und der kalte Wind verstärkten das Erlebnis heuer sogar noch – die Zuschauer hatten das Gefühl, mitten in der Schlacht zu sein.(Bild: ERNST LORENZI SOELDEN AUSTRIA)

Heli-Pilot warf sich heuer doppelt ins Zeug

Auch im Jubiläumsjahr – die 1. Aufführung fand 2001 statt und hätte einmalig bleiben sollen – kamen die mehr als 6000 Besucher aus dem Staunen nicht heraus. Auch wenn das eine oder andere Element wetterbedingt ausfiel, wie etwa die Flüge der Flying Bulls. Dafür warf sich Bundesheer-Pilot Wolfgang Luttenberger mit seiner Agusta Bell 212 doppelt und dreifach ins Zeug. Die Paraglider blieben dieses Mal ebenfalls auf dem Boden, auch die Lawine ging leider im Schneetreiben unter.

Regisseur Hubert Lepka setzte das Gletscher-Schauspiel Hannibal auch im Jubiläumsjahr wieder ...
Regisseur Hubert Lepka setzte das Gletscher-Schauspiel Hannibal auch im Jubiläumsjahr wieder beeindruckend um.(Bild: ERNST LORENZI SOELDEN AUSTRIA)

Trotzdem wurde das Gletscher-Spektakel seinem Ruf wieder voll und ganz gerecht und hat nichts an seiner Qualität eingebüßt. Im Gegenteil: Schnee und Wind trugen dazu bei, dass man als Zuschauer das Gefühl hatte, mitten in der Alpenüberquerung von 218 vor Christus zu sein. Denn auch ohne Unterstützung aus der Luft leisteten die Skifahrer, Skidoos, Pistenbullys und Motocrossmaschinen am Boden ganze Arbeit.

(Bild: ERNST LORENZI SOELDEN AUSTRIA)

Der heimliche Star der Aufführung war auch am Freitag wieder der Gletscher (inklusive Wetter). Denn während die sehr pointiert geschriebene Story seit 25 Jahren immer die selbe ist, ändern sich die Rahmenbedingungen jedes Mal. Nicht nur das Wetter, auch der Gletscher ist heute ein anderer als noch 2001. Und so war auch die Aufführung 2026 wieder einzigartig.

Die Hauptdarsteller (rechts der junge Hannibal Felix Leiter aus Sölden) legten sich wieder voll ...
Die Hauptdarsteller (rechts der junge Hannibal Felix Leiter aus Sölden) legten sich wieder voll ins Zeug und trotzten den widrigen Wetterverhältnissen. Den stürmischen Applaus hatten sie sich mehr als verdient.(Bild: Ernst Lorenzi/Sölden)

Einzigartig war auch die Anekdote von Hannibal-Darsteller Tomaz Simatovic, der kurz vor der Aufführung im Kostüm von einem Security-Mitarbeiter gefragt wurde, was er denn im abgesperrten Bereich wolle. Die Antwort, dass er Hannibal sei, reichte dem Security-Mann nicht – er wollte seinen Zutrittspass für das Gelände sehen, den er natürlich nicht bei sich hatte. Er konnte ihn aber schließlich doch überzeugen. Er war an diesem Abend jedoch nicht der einzige, der die Genauigkeit und Strenge der Security zu spüren bekam ...

Hannibal muss man einfach gesehen haben

Fazit: Was da am Gletscher jedes Mal aufs Neue geboten wird, lässt sich nur schwer in Worte fassen. Man muss es einfach einmal gesehen haben. Daher darf man sich schon heute darauf freuen, wenn es – wann auch immer – wieder heißt: „1000 Jahre vor Christi Geburt ...“

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