Zaid Alsalame

Ein Alleinunterhalter zwischen den Kulturen

Steiermark
10.04.2026 15:37

Alleinunterhalter Zaid Alsalame präsentiert in Graz sein neues Solo „1000 Euro und eine Nacht“. Seit 2015 lebt der gebürtige Iraker in Österreich und erkundet das Leben zwischen zwei Welten – mit ganz viel Humor.

Es ist purer Zufall, dass Zaid Alsalame in Österreich gelandet ist. 2015 ist der heute 33-Jährige aus seiner irakischen Heimat geflohen – mit Schleppern über die Türkei, Griechenland und Ungarn. In Wien stieg er aus dem Schlepperauto aus: „Weil ich einfach nicht mehr konnte“, erzählt er. Er hat um Asyl angesucht und hier nicht nur eine neue Heimat gefunden, sondern auch einen Weg, einen lang gehegten Traum zu leben: Schauspieler sein.

Im Irak hatte er als Elektrongenieur gearbeitet: „Von der Bühne habe ich nur geträumt, aber es war keine reale Berufsmöglichkeit für mich“, sagt er. So wie vieles im Irak unmöglich war – Feminist sein zum Beispiel. Alsalame wurde politisch aktiv, machte sich unter anderem für die Rechte von Frauen und Homosexuellen stark – auch indem er auf der Straße Szenen spielte – und musste genau deswegen das Land verlassen.

Als Pantomime angefangen
In Österreich hatte er die Freiheit, seinem Traum nachzugehen: „Ich hab’ als Pantomime angefangen, weil ich noch kein Deutsch konnte“, erinnert er sich. Seit einigen Jahren ist er nun schon beim Grazer Theater im Bahnhof angedockt: „Das ist meine Theaterfamilie“, sagt Alsalame. 2019 brachte er mit „Käse, Angst vor Migration?!“ sein erstes Solo auf die Bühne. So wie auch in der Nachfolgeproduktion „Österreich stinkt gut“ (2022) beschäftigte er sich darin mit seiner Rolle als Flüchtling in Österreich und den Eigenheiten seiner neuen Heimat.

Alsalame in der neues Serie „100 Euro und eine Nacht“
Alsalame in der neues Serie „100 Euro und eine Nacht“(Bild: Johannes Gellner)

Nun jedoch dreht er den Blick um – und schaut mit den Europäern auf den Orient: „Der Orient war für den Westen schon immer eine Faszination, aber eben auch eine frei erfundene Illusion“, sagt Alsalame. Eine Illusion jedoch, die sich in den Köpfen hier festgesetzt hat, und mit denen er sich als Iraker in Österreich täglich konfrontiert sieht – und vice versa: Denn als er unlängst nach elf Jahren wieder in den Irak fahren konnte, erlebte er auch dort kulturelle Vorurteile – über Europa. Alsalame sitzt zwischen den Stühlen und das macht seine Arbeit spannend: „Ich gehöre in beide Kulturen – auch wenn beide Kulturen das nicht gerne hören“, sagt er.

Eine Mini-Serie für die Bühne
Nun macht er die Vorurteile und Illusionen zum Thema einer Mini-Serie, die passenderweise „1000 Euro und eine Nacht“ heißt – eine Anspielung an den Orientalismus-Klassiker „1001 Nacht“. Irgendwo zwischen Theater, Stand-up-Comedy und Improvisation ist das neue Bühnenformat beheimatet: „Mein Regisseur und Theater-Papa Ed.Hauswirth sagt Neo-Kabarett dazu – klingt gut, oder?“, sagt Alsalame. Sechs Folgen sind geplant – die ersten beiden feiern am Freitag im Theater im Bahnhof Premiere und sind dort bis 25. April zu sehen.

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