Kurz vor Graz-Wahl

FPÖ-Finanzcausa: Wirbel um angeblichen „Maulwurf“

Steiermark
10.04.2026 11:36

Seit fünf Jahren wird im Grazer FPÖ-Finanzskandal ermittelt. Zu Beginn des Wahlkampfs gibt es nun wieder Aufregung: Laut einer Zeugenaussage habe ein aktueller FPÖ-Kandidat einst die brisanten Unterlagen nach außen gespielt. Dieser dementiert, die Partei steht hinter ihm.

Kurz nach der Gemeinderatswahl 2021 platzte die Bombe: Bis zu 1,8 Millionen Euro an Klubfördermittel sollen innerhalb der Grazer FPÖ verschwunden sein. Die Folgen waren ein Zerbröseln der blauen Führungsriege, die Abspaltung einiger Mandatare zum neuen KFG und viele teils kuriose Nebenstränge. Bis heute wird ermittelt, eine Anklage im zentralen Punkt ist noch nicht in Sicht. 

Die Grazer FPÖ hat sich längst neu aufgestellt und steht in Umfragen zur Gemeinderastwahl am 28. Juni bei knapp 20 Prozent. Spitzenkandidat ist der bisherige Straßganger Bezirkspolitiker René Apfelknab, als Mann der Zukunft gilt auch der Puntigamer Dominik Hausjell, der sich unter anderem gegen einen neuen Moscheebau stark macht. Er steht auf Listenplatz 6 und arbeitet im Büro von Verkehrslandesrätin Claudia Holzer. 

Dominik Hausjell steht auf Listenplatz 6.
Dominik Hausjell steht auf Listenplatz 6.(Bild: FPÖ Steiermark)

Wer hat Excel-Datei nach außen gespielt?
Und Hausjell gerät nun in die Schlagzeilen. Denn wie die „Kleine Zeitung“ zuerst berichtet hat, kursiert ein Schreiben, wonach er einst jener Insider gewesen sein soll, der Excel-Dateien über die Buchhaltung der FPÖ weitergegeben und damit die Causa ins Rollen gebracht hat. Verwiesen wird in dem Schreiben auf eine Zeugenaussage von Alexis Pascuttini am 9. Dezember 2025 bei der Staatsanwaltschaft Klagenfurt, die der „Krone“ in Auszügen vorliegt.

Pascuttini gilt als Aufdecker in der Finanzaffäre, der reinen Tisch machen wollte und dann aus der Partei geworfen wurde. Er gründete den KFG mit, mittlerweile ist er Kandidat bei den NEOS. Laut seiner Aussage habe er von Hausjell, damals Mitarbeiter im Büro von Vizebürgermeister Mario Eustacchio, die belasteten Excel-Tabellen erhalten, auf deren Basis habe er eine anonyme Anzeige verfasst. Diese führte zu den noch immer laufenden Ermittlungen. 

Hausjell weist Vorwürfe zurück
Hausjell wird in dem anonymen Schreiben „schwere parteischädigendes“ Verhalten vorgeworfen, weil er nicht die internen Stellen befasst haben soll, sondern Pascuttini die Unterlagen übergeben habe. Hausjell bestreitet die Vorwürfe in einer Stellungnahme: „Grundsätzlich möchte ich auf anonym versendete Nachrichten nicht eingehen. Zudem sind die Behauptungen eines nunmehrigen NEOS-Kandidaten auch entsprechend einzuordnen. Faktum ist, dass derzeit die Vorwahlphase läuft, und hier offenbar mit Auszügen einer Aussage versucht wird, den Fokus auf gewisse gerichtsanhängige Sachverhalte zu lenken, um wohl letztlich der FPÖ zu schaden. Daran werde ich mich keinesfalls beteiligen. Weiters werde ich natürlich rechtliche Schritte prüfen lassen. Die Inhalte und Vorwürfe des Schreibens weise ich zurück.“

Aus dem Umfeld der FPÖ wird bestätigt, dass man hinter Hausjell steht. Er soll damit als Kandidat bei der Gemeinderatswahl auf der Liste bleiben. 

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