„Ein sicherer Hafen“

Graz: Warum sich Frauen zum Rennradfahren treffen

Steiermark
08.04.2026 19:00

Radsport wurde in den letzten Jahren immer beliebter – vor allem bei Frauen. Grund dafür sind unter anderem die sozialen Medien, in denen sich ein echter Hype rund um Rennräder entwickelte. Die Female Cycling Base in Graz ist seit zwei Jahren ein Treffpunkt für Anfängerinnen und Fortgeschrittene. 

Wenn sich der Frühling von seiner besten Seite zeigt und die Sonne zum Verweilen im Freien einlädt, dann sind auch wieder unzählige Radfahrer in der ganzen Steiermark unterwegs. Seit einigen Jahren ist nun schon ein Trend hin zum Rennrad zu erkennen. Jeder kennt wen, der gerne am Rennrad sitzt, sich gerade ein neues Modell gekauft hat oder mit dem Gedanken spielt, eines zu kaufen. Aber warum sind die modernen, sportlichen Drahtesel im Moment so beliebt?

Rennrad erlebt Hype in den sozialen Medien
„Dieser Trend zeichnet sich über die vergangenen fünf Jahre deutlich ab. Im Vorjahr gab es bei der Nachfrage von Rennrädern ein Plus von rund 17 Prozent“, sagt Hans-Jürgen Schoder vom Branchenverband ARGE Fahrrad. Grund dafür sind unter anderem soziale Medien: „Es haben sich eine gewisse Community und ein Lifestyle gebildet. Auffallend: Der weibliche Anteil innerhalb dieser Gruppe wird immer größer“, weiß der Fachmann.

Vor allem Einsteiger hätten den Absatz in den vergangenen Jahren in die Höhe getrieben: „Der Hype in den sozialen Medien beschränkt sich nicht auf das Rad, auch der richtige Helm und die passende Ausstattung spielen heute eine große Rolle“, erklärt Schoder. Besonders wichtig beim Einstieg ist die richtige Beratung: „Das Gespräch mit einem Experten im Fachhandel ist essenziell. Dabei sollte man schon wissen, was man ungefähr will. Danach kommt das ,Bike fitting‘, bei dem die Sitzposition richtig angepasst wird. Nur wenn man ordentlich am Rad sitzt, macht es auch Spaß.“

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Wir sind ein ,sicherer Hafen‘ für Frauen. Egal wie schnell oder langsam jemand mit dem Rennrad unterwegs ist, bei uns wird keine zurückgelassen.

Anja Gleichweit, Female Cycling Base

Gruppenausfahrt ohne Hemmschwelle
Dass sich immer mehr Frauen aufs Rennrad schwingen, bestätigt Anja Gleichweit vom Verein Female Cycling Base: „Mittlerweile zählen wir 225 Mitglieder.“ Vor zwei Jahren hat die Rennradfahrerin den Verein gegründet: „Ich bin schon als Kind gerne am Fahrrad gesessen und hab mir immer eine Freundin gewünscht, die dieses Hobby mit mir teilt.“ Um diese Freundin dann endlich zu finden, startete Gleichweit vor sechs Jahren Camps, in denen sie Frauen zum Radfahren motivierte.

Daraus entwickelte sich schließlich die Female Cycling Base in Graz, später auch in Wien. Die Gruppe trifft sich – inzwischen nur noch – einmal im Monat für gemeinsame Radtouren: „Im letzten Jahr haben wir uns noch jede Woche getroffen. Mittlerweile kennen sich die Mitglieder aber so gut, dass sie sich untereinander zum Fahren treffen und nicht mehr die ganze Gruppe benötigen.“ Das Gruppenangebot umfasst sowohl kürzere Runden mit 40 bis 60 Kilometern als auch längere mit 80 bis 110.

Gemeinsam statt einsam: Die „Female Cycling Base“ zählt bereits 225 Mitglieder.
Gemeinsam statt einsam: Die „Female Cycling Base“ zählt bereits 225 Mitglieder.(Bild: Magdalena Spitzer)

Warum diese nur für Frauen offen sind? „Bei gemischten Gruppenausfahrten gibt es für viele Frauen eine Hemmschwelle, weil sie denken, im direkten Vergleich mit Männern zu schwach und zu langsam zu sein. Wir sind ein ,safe space‘, wo keine zurückgelassen wird. Das erleichtert vor allem für Anfängerinnen den Einstieg“, versichert Gleichweit.

Und auch der Nachwuchs bleibt bei der Female Cycling Base nicht auf der Strecke: Ab Mai gibt es in St. Ruprecht an der Raab ein Fahrrad-Training für Mädchen von sechs bis 13 Jahren. Der Spaß beim Radfahren ist hier garantiert.

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