Ex-Leiter irritiert

Aus für Reha-Zentrum? Aflenz droht eine „Ruine“

Steiermark
08.04.2026 09:00

Der renommierten Reha-Klinik in Aflenz droht das Aus: Ehemalige Führungskräfte zeigen sich über das Vorhaben der Pensionsversicherungsanstalt (PVA) „irritiert“ und machen in einem offenen Brief gegen das Vorhaben mobil. Zudem wurde am Dienstag auch versucht, die Frauenministerin ins Boot zu holen.

Immer breiter wird der Widerstand gegen die Pläne der PVA, das Reha-Zentrum in Aflenz zu schließen und im Gegenzug den Standort in St. Radegund auszubauen. Nach einer großen Demonstration mit deutlich mehr als 1000 Teilnehmern melden sich jetzt 15 ehemalige Führungskräfte der PVA in einem offenen Brief zu Wort, unter ihnen zwei frühere Obmänner (Manfred Anderle, Manfred Felix) und zwei Ex-Generaldirektor-Stellvertreter (Kurt Aus, Robert Freitag).

Sie zeigen sich „zutiefst irritiert und besorgt“ über das Vorhaben der PVA, einen „sehr angesehenen, modernen und hochgeschätzten Standort“ zur Disposition zu stellen. Die Einrichtung in Aflenz würde seit Jahren Top-Bewertungen von Patienten erhalten, eine Schließung würde ein über Jahre gewachsenes System zerstören. „Diesen hohen Qualitätslevel im neuen Zubau in St. Radegund kurzfristig zu erreichen, erscheint mehr als fraglich.“

Die meisten der derzeit 135 Mitarbeiter in Aflenz werden den weiten Arbeitsweg nach St. Radegund nicht auf sich nehmen und sich wohl Jobs in der näheren Umgebung suchen, sind sich die früheren Führungskräfte sicher. Hinterfragt wird auch, was mit dem großen Gebäude passieren soll. Es drohe eine „Ruine“, Aflenz würde zudem den Status als Kurort verlieren – „mit erheblichen und nachhaltigen negativen Folgen für den Tourismus und die gesamte Region“. Die Verlagerung dürfe daher „in dieser Form nicht umgesetzt werden“, so die Forderung.

Betriebsräte, Mitarbeiterinnen und die SPÖ-Politiker Max Lercher und Stefan Hofer mit Ministerin ...
Betriebsräte, Mitarbeiterinnen und die SPÖ-Politiker Max Lercher und Stefan Hofer mit Ministerin Eva-Maria Holzleitner(Bild: SPÖ Steiermark)

Frauenministerin soll aktiv werden
Auch politisch wird weiter gekurbelt. Am Dienstagnachmittag war SPÖ-Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner in Kapfenberg. Sie ist zwar politisch nicht direkt zuständig, da aber die meisten Betroffenen Frauen sind, hat ihr eine kleine Abordnung, begleitet vom steirischen SPÖ-Parteichef Max Lercher und Landtagsabgeordneten Stefan Hofer, die Situation geschildert. Holzleitner habe sich mit Aflenz solidarisch gezeigt, so Hofer. 

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