Betrugsfälle am Bau

Wegen Schulden gepanzerten Mercedes gepfändet

Österreich
03.04.2026 08:48
Porträt von krone.at
Von krone.at

Betrug am Bau hat nach wie vor keinen Seltenheitswert in Österreich: Einen besonders gravierenden Fall deckten Ermittler der Finanzpolizei kürzlich in Niederösterreich auf: Ein Ukrainer, der drei Landsmänner als Schwarzarbeiter auf seiner Baustelle beschäftigte, hatte bereits Schulden von mehr als 150.000 Euro angesammelt. Die Beamten machten daraufhin kurzen Prozess – und pfändeten den gepanzerten Mercedes des Mannes.

Die Finanzpolizei war im März Teil einer großangelegten, europaweit koordinierten Schwerpunktkontrolle im Baubereich. Die Kontrollaktion wurde durch die Europäische Arbeitsbehörde (ELA) organisiert und fand zeitgleich in zahlreichen europäischen Staaten statt.

Zitat Icon

Es ist eine Frage der Gerechtigkeit. Daher gilt: Null Toleranz für Steuer- und Abgabenbetrug.

Finanzminister Markus Marterbauer

Auf mehreren Baustellen im Land wurden Razzien durchgeführt und in Summe 546 Übertretungen ...
Auf mehreren Baustellen im Land wurden Razzien durchgeführt und in Summe 546 Übertretungen festgestellt (Symbolbild).(Bild: P. Huber)

In Österreich wurden dabei – wie berichtet – an 285 Einsatzorten 586 Unternehmen sowie rund 2000 Dienstnehmerinnen und Dienstnehmer überprüft. Im Zuge dieser Kontrollen wurden 546 Übertretungen festgestellt. Zusätzlich wurden offene Abgabenschulden und Finanzstrafen von insgesamt 800.000 Euro exekutiert.

Finanzpolizei deckte auf
Gravierende Fälle bei Kontrollen
  • Auf einer Baustelle Niederösterreich wurden drei ukrainische Schwarzarbeiter angetroffen. Der ukrainische Hausmieter, der als Auftraggeber fungierte, hatte bereits Abgabenschulden in Höhe von rund 157.000 Euro angehäuft. Die Finanzpolizei pfändete daraufhin unmittelbar seinen gepanzerten Mercedes S600.
  • Ebenfalls in Niederösterreich wurden auf einer Baustelle elf illegal beschäftigte Bauarbeiter festgestellt.
  • In Oberösterreich mussten zwei kosovarische Bauarbeiter ohne Aufenthalts- und Beschäftigungsbewilligung an die Fremdenpolizei übergeben werden. Zusätzlich wurden drei Reinigungskräfte als Scheinselbständige identifiziert – ihre Tätigkeit wird nun als nichtselbständige Beschäftigung dem Auftraggeber zugerechnet.
  • In Salzburg wies sich eine Person mit einem gefälschten rumänischen Führerschein aus. Das Dokument wurde sichergestellt.

In allen Fällen laufen weitere Ermittlungen.

„Das Amt für Betrugsbekämpfung und die Finanzpolizei sorgen dafür, dass rechtliche Vorgaben eingehalten werden. Betrugsbekämpfung ist im Interesse der redlichen Unternehmen und der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer“, so Finanzminister Markus Marterbauer.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.

krone.tv

Top 3
Top Gutscheine
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung