Mehrere Krisen gleichzeitig, Abhängigkeiten, die uns geopolitisch erpressbar machen und ein System, das jederzeit kippen kann: Der Wiener Komplexitätsforscher Peter Klimek schlägt Alarm. Im Podcast „Wiener Wissen“ erklärt er, warum unterbrochene Lieferketten große Folgen haben können, aber auch, wie Wissenschaft hilft, Lösungen für die großen Herausforderungen unserer Zeit zu entwickeln.
Ob Donald Trumps Zollpolitik, globale Konflikte oder blockierte Schifffahrtsrouten: eine einzelne Krise wäre oft noch beherrschbar, gemeinsam aber würden sie eine gefährliche Dynamik entwickeln. „Irgendwann funktionieren die Systeme nicht mehr so, wie wir es gerne hätten“, warnt Klimek. Genau dieser Kipppunkt sei entscheidend – und gleichzeitig schwer vorherzusagen. Denn in komplexen Systemen hängt alles mit allem zusammen.
Besonders brisant: Staaten und Unternehmen würden ihre Lieferketten oft nicht wirklich im Detail kennen. Selbst Firmen haben oft nur einen begrenzten Überblick: sie kennen ihre direkten Zulieferer, aber schon bei den Zulieferern der Zulieferer wird es meist unübersichtlich. Und genau dort entstehen oft kritische Abhängigkeiten.
Denn es zeigt sich immer wieder: hinter vielen Produkten steckt am Ende dieselbe Quelle – etwa ein einzelnes Unternehmen in China, das wichtige Vorprodukte liefert. Fällt dieses Glied aus, kann das ganze System ins Wanken geraten. Die Folge: wirtschaftliche Probleme, politische Erpressbarkeit und ganz konkrete Auswirkungen für uns alle, etwa bei Autos, Mikrochips oder anderen wichtigen Gütern.
Peter Klimek und sein Team arbeiten daran, diese unsichtbaren Verflechtungen sichtbar zu machen. Ziel ist es, besser zu verstehen, „wer von wem abhängt“. Nur so lässt sich im Ernstfall schnell erkennen, wo das Problem liegt – und wie man darauf bestmöglich reagieren kann. Denn längere Lieferketten-Blockaden beeinflussen Wohlstand, Arbeitsplätze und die Versorgungssicherheit.
Wie die Arbeit des Forschers konkret aussieht, und welche Rolle die KI dabei spielt, hören Sie im Podcast von Verhaltensbiologin Elisabeth Oberzaucher:
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