Start am 1. April

„Sozialer Strom“: Wie Tarif-Umstieg funktioniert

Steiermark
31.03.2026 06:00

Am Mittwoch startet mit dem Sozialtarif eine lange herbeigesehnte Entlastungsmaßnahme bei den Energiekosten. Steirische Beratungsstellen orten noch Informationsdefizite.

Die gute Nachricht vorweg: Im Idealfall müssen die rund 30.000 Haushalte in der Steiermark, die vom neuen Sozialtarif profitieren, gar nicht selbst aktiv werden. Wer vom ORF-Beitrag befreit ist und einen registrierten Zählpunkt aufweist, bekommt automatisch den neuen Tarif gewährt. Dieser liegt für die ersten 2900 Kilowattstunden (kWh) bei sechs Cent netto.

Zählpunkt mit 33 Ziffern
Etwas kniffliger wird es, wenn noch kein Zählpunkt hinterlegt ist – etwa bei Personen, die nicht bereits die Ökostrom-Befreiung erhalten. Dann muss dieser beim ORF-Beitragsservice (OBS) bekannt gegeben werden. „Es melden sich gerade sehr viele Menschen bei uns“, berichtet Karl-Heinz Kettl von der Abteilung Wirtschaftspolitik der steirischen Arbeiterkammer. Rund die Hälfte der Anrufe habe mit dem Sozialtarif zu tun – kein Wunder angesichts der 33 Ziffern, die die Zählpunktnummer umfasst.

Zitat Icon

Positiv ist, dass das System nicht auf Zuschüssen basiert, sondern eine tatsächliche tarifliche Senkung darstellt.

Karl-Heinz Kettl, Abteilung Wirtschaftspolitik bei der AK Steiermark

Anspruchsberechtigt sind Sozial- und Pflegegeldbezieher, Arbeitslose oder Pensionisten, nicht aber Studenten, auch wenn sie die Einkommenskriterien erfüllen. Größere Haushalte bekommen pauschal je 52,50 Euro pro Jahr zusätzlich für die vierte und jede weitere hauptgemeldete Person.

Richtwert für Mehrverbrauch ändert sich von Quartal zu Quartal
Wie groß die Ersparnis konkret ausfällt, hängt vom bisherigen Tarif ab, betont Energie-Steiermark-Sprecher Urs Harnik-Lauris. Erst abzuwarten ist der exakte Tarif für jene Strommenge, die über die 2900 kWh hinausgeht: Der gesetzliche Referenzwert liegt aktuell bei 9,5 Cent, wird aber quartalsmäßig von der E-Control auf Basis der letzten fünf Handelstage des abgelaufenen Quartals neu festgelegt – also just zum Start des Sozialtarifs am 1.4. aufs Neue.

Angesichts der Tücken in den Details der neuen Regelung kommt es auch bei der Energie Steiermark derzeit zu vermehrten Anfragen. Dennoch ist Harnik-Lauris „einigermaßen optimistisch, dass die Abwicklung wie geplant klappt“. AK-Experte Kettl rechnet fallweise mit Rechnungslegungsverzögerungen, begrüßt das neue System aber gleichzeitig als „Basisabsicherung für kommende Krisen“. Positiv sei auch, dass diese von den Energieversorgern getragen wird und nicht zulasten des allgemeinen Steuersystems geht.

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