Lawinendrama in Tirol

Freerider (41) von Schneebrett verschüttet – tot

Tirol
28.03.2026 22:56

Lawinenalarm in Tirol: Im Zillertal endete ein Lawinenabgang für einen 41-jährigen Freerider aus Italien tödlich. Er wurde von einem Schneebrett erfasst und mitgerissen. Zuvor hatten Zeugen einen gewaltigen Lawinenabgang im Bereich der Seeblesspitze in Matrei am Brenner gemeldet. Verschüttet wurde dort zum Glück niemand.

Gegen 12.45 Uhr ging die Alarmmeldung von der Leitstelle Tirol raus. „Lawine groß – Matrei am Brenner, Tuxer Alpen“, so lautete der Einsatzcode. Wie der Schichtleiter der Leitstelle auf „Krone“-Nachfrage erklärte, hätten Zeugen einen großen Lawinenabgang im Bereich der Seeblesspitze (2628 Meter) gemeldet.

Großeinsatz mit Bergrettern und Helikoptern
Da die Beobachtungen aus der Ferne gemacht worden seien, war zunächst völlig unklar, ob es Verletzte oder Verschüttete gibt. Ein Einsatz wurde sofort in die Wege geleitet. Auch Hubschrauber befanden sich rasch vor Ort.

Zitat Icon

Einsatz abgebrochen. Es gibt keine Verschütteten.

Robert Hörtnagl, Bergrettung Matrei am Brenner

Die „Krone“ erreichte kurz nach 13.30 Uhr den Chef der Matreier Bergrettung, Robert Hörtnagl, direkt am Unfallort. Er gab am Telefon sofort Entwarnung: „Einsatz abgebrochen. Es gibt keine Verschütteten.“

Zwei Wintersportler wurden im Bereich des Marchkopfes im Tiroler Zillertal von einer Lawine ...
Zwei Wintersportler wurden im Bereich des Marchkopfes im Tiroler Zillertal von einer Lawine verschüttet.(Bild: ZOOM Tirol)

Die Lawine war im Bereich Seeblesspitze in Richtung Arztal abgegangen – auf der nördlichen Seite. Auch Hörtnagl sprach von einer „großen Lawine“. Die Bergrettungen Matrei am Brenner und Steinach (23 Mitglieder) standen ebenso im Einsatz wie der Notarzthubschrauber Martin 2 und der Polizeihelikopter Libelle Tirol.

Keine Einfahrtspuren, kein Signal
Laut Hörtnagl hätten die Hubschrauber die Lawine überflogen. Es habe keine Einfahrtspuren gegeben. Zudem sei auch kein LVS-Signal empfangen worden. Hundeführer hätten den Lawinenkegel ebenfalls abgesucht.

Die alarmierten Rettungskräfte konnten den Verschütteten im Zillertal rasch lokalisieren und ...
Die alarmierten Rettungskräfte konnten den Verschütteten im Zillertal rasch lokalisieren und bergen.(Bild: ZOOM Tirol)

Wintersportler im Zillertal komplett verschüttet
Weniger glimpflich endete der Lawinenabgang im Bereich des Marchkopfes in den Tuxer Alpen im Zillertal. Der 41-jährige Wintersportler aus Italien wurde von einem rund 250 Meter breiten Schneebrett mitgerissen und komplett verschüttet. Ein Landsmann, der teilverschüttet wurde, aber lediglich eine leichte Handverletzung erlitt, setzte einen Notruf ab und suchte nach seinem Kameraden. Geborgen wurde der Freerider rund 30 Minuten später von Rettungskräften aus einer Tiefe von 1,60 Metern. Letztlich kam aber jede Hilfe zu spät – er starb noch an Ort und Stelle.

Die beiden Italiener waren laut Exekutive gegen 17.15 Uhr in einen 40 Grad steilen Nordwesthang eingefahren, als sich rund 100 Meter unterhalb des Gipfels plötzlich das Schneebrett löste. Im Einsatz standen zwei Rettungshubschrauber sowie Bergretter.

Die Infografik zeigt die fünf Warnstufen der Lawinengefahr mit Beschreibung der Schneedecke und der Wahrscheinlichkeit einer Lawinenauslösung. Stufe 1 steht für geringe Gefahr mit stabiler Schneedecke, Stufe 5 für sehr große Gefahr mit instabiler Schneedecke und zahlreichen spontanen Lawinen. Quelle: lawinen.at.

Gefährliche Situation nach Neuschneemassen
60 Zentimeter Neuschnee – stellenweise auch mehr! Der massive Wintereinbruch in den vergangenen Tagen hat im Westen Österreichs die Lawinensituation wieder dramatisch verschärft. In Tirol herrscht am Samstag verbreitet Warnstufe 3 von 5. Bei dieser Stufe passieren statistisch gesehen die meisten Unfälle! 

„Lawinen können sehr leicht von einzelnen Personen ausgelöst werden. Vor allem in Regionen, in denen viel Neuschnee gefallen ist, sind die Gefahrenstellen häufiger und Lawinen potenziell größer“, warnte der Tiroler Lawinenwarndienst in seinem aktuellen Lagebericht. Generell gilt: Abseits der gesicherten Pisten herrscht verbreitet eine sehr gefährliche Lawinensituation.

Defensives Verhalten kann Leben retten
Durch den Neuschnee in Kombination mit dem Wind der vergangenen Tage und dem schlechten Schneedeckenaufbau bleibe die Lawinensituation weiterhin sehr angespannt. „Wir empfehlen, defensiv unterwegs zu sein und auf Gefahrenzeichen zu achten – etwa frische Lawinen in der Nähe, Rissbildungen in der Schneedecke oder Setzungsgeräusche“, betonte Lawinenwarner Norbert Lanzanasto.

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