Das Land am Westbalkan floriert seit dem EU-Beitritt und der Euro-Einführung. Viele NÖ Firmen investieren kräftig in Kroatien-Standorte. Nur eine Handelsbeziehung „sprudelt“ noch nicht.
Heimische Firmen zieht es in sonnigere Regionen. Ganze 60 Unternehmen aus NÖ haben in Kroatien schon Fuß gefasst. Österreichweit sind es sogar über 800. Nur einen Katzensprung entfernt, ist Kroatien ein sehr attraktiver Standort geworden für Niederlassungen. Aber was verspricht der Balkan? Der Dämmstoff-Riese Austrotherm sieht das Potenzial am Wohnmarkt. Die Styropor-Platten, die von Austrotherm angefertigt werden machen Wohnen günstiger, klimafreundlicher – und vor allem gemütlicher.
Weil es viel billiger ist, von NÖ nur das Granulat nach Kroatien zu liefern, und dort erst die Styropor-Platten zu pressen, gibt es seit September einen neuen Standort bei Zagreb. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner besuchte den Austrotherm-Stützpunkt, in den die Firma zwölf Millionen Euro investierte. Nötig waren sie für moderne Maschinen und über 30 neue Arbeitsplätze, die geschaffen wurden.
Branchen, die jetzt boomen
„Österreich ist de facto der größte Investor in Kroatien“, sagt Wirtschaftskämmerer Gerhard Schlattl zur „Krone“. Seit nicht mehr mit Kroatischen Kuna gezahlt wird, sprudeln Investitionen. Österreich Urlauber klagen über dadurch gestiegene Preise – „das liegt aber an den Pandemiejahren und den gestiegenen Energiepreisen“, erklärt Schlattl. Finanziell ist Kroatien gut aufgestellt. Während Österreich sparen muss, ist das Land sehr viel weniger verschuldet, und für die EU „im grünen Bereich“.

„Zusammenarbeit kommt beiden Seiten zugute“, betonte Mikl-Leitner beim Staatsbesuch. Viele Früchte tragen dort die Branchen Energie, Bauindustrie, Technologie und Sicherheit. Die Bahnindustrie von NÖ werde gerade wichtiger Partner für den teilweise fehlenden Schienenausbau in Kroatien. Fördern möchte Niederösterreich den Bahnanschluss von Rijekas Hafen, der ein europaweites Logistik Zentrum ist. Botschafterin Yvonne Toncic-Sorinj betont: Kroatien ist ein „junges EU-Mitglied“, aber schon seit den 1990er-Jahren denke man grenzüberschreitend.
Europäische Sicherheit
Das bedeutet auch, in Zeiten von Kriegen auf die Landessicherheit zu schauen. Die Firma DOK-ING hat die Sicherheit zum Wirtschaftsgut gemacht. Beim Besuch der NÖ-Landeshauptfrau wurden mehrere robotische Systeme gezeigt, die in gefährlichen Umgebungen zum Einsatz kommen. „Aufgrund der aktuellen Lage rüstet Europa auf und wird in den nächsten Jahren rund 800 Milliarden Euro in Sicherheit und Verteidigung investieren“, so Mikl-Leitner, die sich auf dieser Ebene stärkere Kooperationen mit der österreichischen Industrie wünscht.
Kroaten trinken wenig NÖ Wein
Denn nicht nur Austrotherm, auch zahlreiche weitere niederösterreichische Firmen mischen kräftig mit. DOKA ist gleich mit mehreren Standorten vertreten, Cargo-Partner stockt laufend seine Kapazitäten auf, die EVN ist starker Energielieferant. Nur niederösterreichischen Wein trinken die Kroaten eher weniger. Laut Statistik werden nur wenige Tausend Liter exportiert für die Gastronomie. Dafür wohl umso mehr Liter in andere Länder.
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