Lebensmittel verteilt
Brite hilft Kindern in Marokko und wird verhaftet
Weil er an Kinder in Marokko, die ihn angebettelt hatten, Lebensmittel verteilt hatte, ist ein 20-jähriger Brite verhaftet worden. Die Behörden begründeten die Festnahme unter anderem damit, er habe Schande über das Land gebracht.
Sam Rushton hatte einen Urlaub in Marrakesch verbracht. Als er hungernden Kindern Lebensmittel kaufte hätte er allerdings nie daran gedacht, dass er damit Probleme mit der dortigen Exekutive bekommen könnte.
Kinder ließen sich Speiseöl und Milchpulver schenken
Er hatte Teenager auf der Straße betteln gesehen und ihnen angeboten, sie dürften sich etwas aus einem Geschäft aussuchen, das er ihnen kaufen würde. Die beiden Burschen wählten Milchpulver und Speiseöl. Er schilderte seiner Mutter schließlich den herzzerreißenden Vorfall: „Diese Begegnung muss Sam den ganzen Tag beschäftigt haben, denn später rief er mich an und sagte: ,Mama, welche 15-Jährigen wählen denn Milchpulver und Speiseöl? In Großbritannien würden sie wahrscheinlich Süßigkeiten und Kekse bevorzugen‘“, erklärte die Britin gegenüber der „Daily Mail“.
Diese Urlaubsbilder postete der Brite wenige Tage vor seiner Festnahme:
Der junge Mann wollte noch mehr helfen und machte später auf Facebook einen Aufruf, in dem er um Spenden bat. Einige seiner Freunde kamen der Bitte nach – Rushton ließ sich beim Kauf der Lebensmittel, die für die Jugendlichen bestimmt waren, filmen, damit die Spender wussten, dass ihr Beitrag auch wirklich bei den Einheimischen ankam. Eines der Kinder half ihm beim Tragen der Einkäufe – darunter Grundnahrungsmittel und Babyartikel.
„Schande über Marokko gebracht“
„Sam verteilte die Sachen an all die Kinder, und sie umringten ihn. Er filmte das nur, um den Spendern hier zu beweisen, dass er das Geld nicht veruntreut, sondern es tatsächlich für die Kinder ausgegeben hatte“, schildert die Mutter des 20-Jährigen den Vorfall. Doch dann sei er festgenommen worden. Ihm wurde vorgeworfen, „Schande über Marokko gebracht“ zu haben und außerdem die Straßenkinder ohne deren Zustimmung gefilmt zu haben.
Handy und Reisepass wurden beschlagnahmt
Er musste mehrere Stunden in dieser Nacht in Gewahrsam verbringen. Insgesamt sei er zu drei verschiedenen Polizeistationen gebracht worden. Er wurde schließlich freigelassen, aber die Behörden behielten sein Handy und seinen Pass. Das erschwerte die Kommunikation mit den Polizisten enorm, da kaum jemand Englisch sprach. „Er hatte keinen Zugriff auf Google Translate“, so Rushtons Mutter. Da er hauptsächlich Apple Pay verwendet, waren auch seine finanziellen Mittel eingeschränkt.
Seine Mutter startete schließlich eine Spendenaktion, um Hotels Flüge und einen marokkanischen Anwalt zu finanzieren. Zwei Wochen nach seinem Urlaubsantritt durfte er das Land wieder verlassen. Eigentlich sollte der Urlaub nur sechs Nächte dauern.








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