Ohne ihre Einwilligung

Frauen mit Behinderungen immer noch sterilisiert

Österreich
24.03.2026 12:08
Porträt von krone.at
Von krone.at

Noch immer gibt es in Österreich Sterilisationen von Menschen mit Behinderungen ohne deren persönliches und ausdrückliches Einverständnis. Ein Medienhaus behandelt die Missstände im Gesundheitssystem in einer Doku. Die Kritik: Mediziner seien uninformiert, es werde über den Kopf der Betroffenen hinweg entschieden.

Immer noch werden Menschen mit Behinderung hierzulande ohne ihr eindeutiges Einverständnis sterilisiert. Dabei wäre die Gesetzeslage streng und eindeutig, es fehlt offenbar an der Informiertheit der Beteiligten.

„Mediziner oftmals uninformiert“
Selbst bei Menschen, die etwa durch eine Vorsorgevollmacht vertreten werden, dürfen Sterilisationen nicht ohne deren persönliche Einwilligung durchgeführt werden. Es ist verboten, dass rechtliche Vertretungspersonen allein über eine Sterilisation entscheiden. Dies ist nur in besonders kritischen Ausnahmen mit Gerichtsentscheidung möglich, zum Beispiel, wenn es um Lebensgefahr der Betroffenen geht. Das wissen aber viele Mediziner und Vertretungspersonen nicht. 

Film kritisiert Missstände
Das Medienhaus „andererseits“ machte am zuletzt mit einem Dokumentarfilm auf das Thema aufmerksam. Mit dem Titel „Hauptsache, du kriegst kein Kind“ macht die Doku besonders auf den Missstand bei Frauen mit Behinderungen aufmerksam. Der Film kritisierte auch, dass der Wunsch nach einer Sterilisation von Menschen mit Behinderungen meist auch gar nicht von ihnen selbst, sondern von ihren Vertretungspersonen kommt.

Beratungsgespräche mit Vertretern statt mit Betroffenen
Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass die ärztlichen Beratungsgespräche sich nicht an die Vertretenen, sondern an die Vertretungspersonen richten. Die Patientinnen und Patienten verstehen das Besprochene oft gar nicht, weil sich Mediziner ihrer Fachbegriffe bedienen. Würde man mit ihnen barrierefrei in einfacher Sprache sprechen, hätten sie – wie vorgeschrieben – alle nötigen Informationen für eine selbstbestimmte Entscheidung.

Doku: „Manche wissen gar nicht, ob sie sterilisiert sind“
Die Doku machte in dem Zusammenhang auch auf einen Prüfbericht der UNO aus dem Jahr 2023 aufmerksam, in dem die Praxis der rechtswidrigen Sterilisationen ohne das ausdrückliche Einverständnis von Menschen mit Behinderungen kritisiert wurde. In der Doku wurde zudem darauf hingewiesen, dass einige befragte Frauen angaben, nicht zu wissen, ob sie sterilisiert sind.

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