Der Sprecher der Taxiunternehmen in Oberösterreich schlägt wegen der steigenden Treibstoffkosten Alarm: Weil die Tarife gleich bleiben, die Kosten aber steigen, „sind wir jetzt alle überfordert“, sagt der Branchenvertreter. Von der geplanten Spritpreisbremse der Regierung hält er wenig.
„Das ist für uns eine Katastrophe. Das ist desaströs“ – diese drastischen Worte wählt Gunter Mayrhofer, Obmann der Taxiunternehmen in der Wirtschaftskammer Oberösterreich, mit Blick auf die Spritpreise.
Anders als andere Branchen können viele Taxibetriebe die gestiegenen Kosten für Treibstoff nicht (sofort) an ihre Kunden weitergeben. Denn in den Ballungsräumen gilt ein vom Land OÖ festgesetzter Tarif. Und auch im zweiten großen Geschäftsfeld vieler Unternehmen, dem Schüler- und Beeinträchtigten-Transport, gibt es oft fixe Verträge mit einem Jahr Laufzeit. Die Preise für die Schülerbusse etwa werden erst per 1. September wieder angepasst.
„Gewaltige Auswirkungen“
„Jetzt sind wir natürlich alle überfordert“, sagt Mayrhofer, der selbst ein Taxiunternehmen mit 50 Mitarbeitern in Steyr betreibt. Treibstoff mache zwar „nur“ zwischen zehn und 15 Prozent der Gesamtkosten von Beförderungsbetrieben aus, dennoch haben die aktuellen Preissteigerungen an den Tankstellen „gewaltige Auswirkungen“, so Mayrhofer.
Die Regierung will die Treibstoffpreise um zehn Cent senken. Das ist viel zu wenig, um die Existenz der Betriebe zu sichern.

Gunter Mayrhofer, Obmann Taxibetriebe
Bild: Russkaefer
Von der geplanten Spritpreisbremse der Bundesregierung hält der Branchenvertreter wenig: „Italien hat eine Preissenkung um 25 Cent pro Liter gemacht. Bei uns reden wir davon, dass wir ab April maximal zehn Cent machen – das ist in der derzeitigen Situation gar nichts.“ Mayrhofer fordert ein Aussetzen von CO2- und Mineralölsteuer.
Elektrische Taxi-Busse haben zu wenig Reichweite
In Oberösterreich sind 633 Taxiunternehmen mit rund 3000 Fahrzeugen registriert. Elektroautos würden die Abhängigkeit von Spritpreisen reduzieren. In der Praxis spießt es sich aber (noch): „Wir haben 36 Fahrzeuge, davon sieben elektrische. Wir haben nur das Problem, dass die Reichweiten bei den Neun-Sitzern noch nicht ausreichen, um sie flächendeckend einzusetzen“, sagt Mayrhofer über seinen Betrieb in Steyr.
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