Bauteile für Industrie

Steirer zeigen in Brüssel mit Hightech-Holz auf

Steiermark
21.03.2026 08:00

Die Steiermark ist Pionierin bei Leichtbau-Teilen aus Laubholz für Industrie-Anwendungen. Jetzt hofft man auf den nötigen Rückenwind der EU. Eine steirische Delegation reiste dazu nach Brüssel, um Überzeugungsarbeit zu leisten.

Steirische Buche in Autoteilen oder Zugfahrwerken: Was nach utopischer Spielerei von Holzliebhabern klingt, wird in der Steiermark nach zehn Jahren intensiver Forschung greifbare Realität. Dahinter steckt das Wood Vision Lab in Weiz, ein Forschungszentrum mit Fokus auf Innovationen im Holz-Leichtbau für industrielle Anwendungen. Mit an Bord als Partner und Kunden sind etwa bereits Branchengrößen wie VW, BMW oder Siemens Mobility in Graz.

Mehr Wertschöpfung für Laubholz erreichen
Treiber dieser Entwicklung ist auch der Klimawandel. So wird künftig im Zuge des Waldumbaus in der Steiermark der „Brotbaum“ Fichte zurückgehen und vermehrt Laubholz anfallen. Dieses wird aktuell vor allem als Biomasse verheizt oder in der Zellstoffindustrie verwendet. „Eine deutlich höhere Wertschöpfung lässt sich mit diesen Hightech-Anwendungen erzielen“, sagt Martin Karner, Chef der Weitzer-Parkett-Schwesterfirma Wood Solutions und Triebfeder des Forschungszentrums.

Eine steirische Delegation war im Vorfeld des internationalen Tages des Waldes in Brüssel, um ...
Eine steirische Delegation war im Vorfeld des internationalen Tages des Waldes in Brüssel, um Vertretern von EU-Institutionen von Innovationen der heimischen Holzindustrie zu überzeugen.(Bild: Simon Blackley)

Damit dieses nachhaltige Leichtbau-Holz ein neues Stärkefeld in der steirischen Wirtschaft wird, braucht es aber auch die entsprechenden Rahmenbedingungen seitens der EU-Gesetzgebung. Dafür ist im Vorfeld des heutigen internationalen Tags des Waldes eine steirische Delegation aus Politik, Holzwirtschaft und Interessenvertretung nach Brüssel gereist, um das riesige Potenzial aufzuzeigen.

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Die Steiermark ist das beste Beispiel, wie nachhaltige Forstwirtschaft, Industrie und Forschung gemeinsam Innovationen hervorbringen. 

Landesrätin Simone Schmiedtbauer (ÖVP)

„Dürfen nicht nur über Brüssel jammern“
„Seitens EU gibt es durchaus ein Grundbekenntnis, dass der Rohstoff Holz sinnvoll ist“, sagt Karner – aber: „Das Problem ist, dass in der Gesetzgebung dann oft gegen Holznutzung gearbeitet wird.“ Aktuelle Beispiele: die viel kritisierte Entwaldungsverordnung oder das Kreislaufwirtschaftsgesetz.

„Wir dürfen nicht nur über Brüssel jammern, sondern müssen uns aktiv einbringen. Gerade Inputs aus der Wirtschaft sind hier gerne gesehen“, sagt Landesrätin Simone Schmiedtbauer. Nicht umsonst war mit Diemo Wojik, ein leitender Entwicklungsingenieur bei Siemens in Graz, eine gewichtige Stimme aus der Praxis Teil der Delegation. „Ich war anfänglich sehr skeptisch. Mittlerweile ist das Holz berechenbar geworden. Das ist der Knackpunkt und macht es für die Fahrzeugindustrie hochinteressant. Auch was die Kosten angeht, ist es eine sehr attraktive Alternative“, so Wojik.

Die Teilnahme an der Reise erfolgte auf Einladung des Wood Vision Lab.

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