Höhlendrama
Forscher-Freundin: “Bange Tag und Nacht um ihn”
"Als ich mich am Donnerstag (dem 5. Juni, Anm.) von ihm verabschiedet habe, sagte ich ihm wie jedes Mal: 'Komm bitte gesund zurück'. Es ist ein extremes Hobby, das eben auch mit Gefahren verbunden ist", schilderte die Lebensgefährtin des verletzten Höhlenforschers am Montag gegenüber der Zeitung ihr letztes Gespräch mit dem Verunglückten.
Seit vier Jahren sind Angelika G. und Johann Westhauser laut dem Bericht ein Paar, leben seit 2012 in einem Einfamilienhaus in der Nähe von Karlsruhe. Die Frau kenne die Gefahren einer Höhlen-Expedition, begleitete ihren Partner schon auf leichteren Touren.
Gegenüber den Rettern, die seit mehr als einer Woche unermüdlich im Einsatz sind, zeigte sich G. im Gespräch mit der "Bild" dankbar: "Die Retter leisten Übermenschliches und ich danke jedem Einzelnen von ganzem Herzen!" Jeden Tag halte sie Kontakt mit der Bergwacht und Westhausers Forscherkollegen.
"Obstkuchen und Kaffee" für Verletzten nach Heimkehr
Mittlerweile überwiege bei ihr die Hoffnung, dass ihr Liebster das Drama überlebt und wieder nach Hause kommt. "Wenn Johann nach Hause kommt, bekommt er seinen geliebten Obstkuchen und einen frisch gebrühten Kaffee. Das wünscht er sich sicher so sehr!", so die Frau, die sich dennoch derzeit am meisten vor dem Klingeln des Telefons fürchtet. "Dann habe ich Angst, dass doch etwas schiefgegangen sein könnte."
Der Transport ihres Lebensgefährten, der am Sonntag vor einer Woche durch einen Steinschlag in 1.000 Metern Tiefe ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten hatte, kommt unterdessen gut voran. Nach mehr als neun Stunden erreichte der Trupp mit dem Verletzten am Montag gegen 6.30 Uhr bereits Biwak 3 in rund 700 Metern Tiefe, wie die Bergwacht in Berchtesgarden mitteilte. Hier soll Westhauser Zeit zur Erholung haben.
Erstes Video von der Rettung aus der Höhle
Im Laufe des Tages werde ein weiterer Arzt bei dem 52-Jährigen ankommen. Sein Zustand sei weiter stabil. Dutzende Helfer sichern derzeit den Weg nach oben weiter ab, damit die Gruppe mit dem Verletzten besser vorankommt. Am Montag veröffentlichte die Bergwacht Bayern unterdessen erstmals ein Video (siehe Infobox) von der Rettungsaktion in den Tiefen der Riesending-Schachthöhle. Es sind die ersten Bilder von der Rettung des 52-Jährigen.
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