Stromimporte im Winter

Energie-Experten sehen „Lücke im Kraftland Tirol“

Tirol
19.03.2026 07:59

Das Land Tirol müsse vor allem im Winter viel Strom importieren, analysierten Energieexperten. In einer Studie zeigen sie, wie viele Windräder nötig sind, um die Abhängigkeit zu verringern. 

Stark gestiegene Öl- und Gaspreise zeigen einmal mehr die Abhängigkeit Europas und Österreichs von Energieimporten. „Wir taumeln von einer Energiekrise in die nächste. Wir müssen endlich von fremden Öl- und Gasmächten unabhängig werden und dem Ausbau der heimischen Energieträger noch viel mehr Priorität geben“, sagt Florian Maringer von der IG Windkraft.  Der Stromverbrauch Tirols werde sich voraussichtlich bis 2050 mehr als verdoppeln.

Maringer und Neubarth (re.) zeigten Fakten zur Windkraft auf.
Maringer und Neubarth (re.) zeigten Fakten zur Windkraft auf.(Bild: Philipp Neuner)

Größe der Stromimporte im Winter
Schon heute könne aber das Land seinen Strombedarf im Winter nicht vollständig selbst decken, führte Energieexperte Jürgen Neubarth von E3 consult am Mittwoch in Innsbruck aus. Er hat im Auftrag der IG Windkraft eine Kurzstudie zum Thema Winterstrombedarf in Tirol erstellt. „In einzelnen Wintermonaten müssen bis zu 57 Prozent der monatlichen Stromabgabe importiert werden. Rechnerisch wären rund 46 Windräder notwendig, um die heute bestehende Lücke zu schließen“, zeigt Neubarth auf.

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Sicher ist: Jede Kilowattstunde an erneuerbarer Energie muss nicht durch die Straße von Hormus. 

Florian Maringer, IG Windkraft 

Für Energiewende entscheidend
Die Energiestrategie des Landes sieht aber weniger vor, nämlich 40 Windräder bis 2050. „Damit bleibt Tirol im Winter deutlich importabhängig. Wird das vorhandene Potenzial genutzt, kann der Importbedarf signifikant gesenkt und das Energiesystem im Winter stabilisiert werden“, ordnet Maringer die Fakten ein. „Die Energiewende entscheidet sich im Winter“, ist Neubarth überzeugt.

IG Wind: „Sind laufend im Gespräch mit Gemeinden“
Wann sich in Tirol das erste Windrad dreht, sei nicht abzusehen, wurde auf die UVP-Pflicht derartiger Anlagen verwiesen. „Derzeit laufen an verschiedenen Standorten Windmessungen in 100 Metern Höhe über Grund“, sagte Maringer. Zudem sei man im Austausch mit Gemeinden.

Tirol sei weder ein Wasserkraft-, noch ein PV- oder ein Windkraft-Land: „Tirol hat Potenzial für alles, Tirol ist ein Kraftland“, wurde betont.

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