Forscher der TU Graz

Neue Studie: Spinnenphobie mit VR-Brille kontern

Steiermark
19.03.2026 09:00

Mit einer Konfrontationstherapie kann Spinnenangst besiegt werden. Ein Team der TU Graz liefert nun ein neuartiges System, wie Umgebungen mit einer VR-Brille simuliert und die Reize an das Angstniveau in Echtzeit angepasst werden können.

Spinnenangst zählt weltweit zu den häufigsten Phobien. Forschende der TU Graz haben sich dem Problem angenommen und ein neuartiges Virtual-Reality-System entwickelt, das zur Konfrontationstherapie dient. Betroffene bekommen eine VR-Brille aufgesetzt und Spinnen gezeigt. Mittels Gehirnstrom- und Herzfrequenzmessung wird ihr Angstniveau überwacht. Dementsprechend werden Reize in Echtzeit angepasst – Probanden können sich also schrittweise an immer mehr und immer größere Spinnen gewöhnen.

„Die Idee hatte ein Masterstudent, der sich für das Thema Spinnenphobie interessiert“, erzählt Professorin Selina C. Wriessnegger, die das Projekt am Institute of Neural Engineering leitet. Sie erklärt: „Wir simulieren eine möglichst realistische Situation. Die Person steht in einem Kellerabteil mit Spinnen – man hört sie sogar krabbeln.“

Wir simulieren eine möglichst realistische Situation. Die Person steht in einem Kellerabteil mit Spinnen – man hört sie sogar krabbeln.

Selina C. Wriessnegger

Studienleiterin TU Graz

Eine Studie mit 21 Teilnehmern lieferte vielversprechende Erkenntnisse: „Unsere Ergebnisse belegen, dass sich Angstzustände zuverlässig im Gehirn messen lassen und die Daten für eine adaptive Steuerung virtueller Umgebungen nutzbar sind“, sagt Wriessnegger. Mit zunehmender Intensität des Angstreizes zeigte sich eine deutliche Verschiebung der Hirnaktivität in Richtung des rechten Frontallappens. 

Teilweise kommt die Therapie mit VR-Brillen bereits zum Einsatz, allerdings fehlen noch EEG-Geräte, die einfach am Kopf anzulegen sind und die notwendige Messgenauigkeit liefern. Anwendbar ist die Methode übrigens auf verschiedenste Phobien: „Ein weiterer Student macht jetzt eine Studie zu Höhenangst“, sagt Wriessnegger.

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