Schiff treibt im Meer
Russischer Schatten-Tanker: Malta bittet um Hilfe
Seit Tagen treibt der russische Tanker „Arctic Metagaz“ manövrierunfähig im Mittelmeer. Malta bemüht sich um internationale Unterstützung, man wolle eine „endgültige Lösung“ für das Problem finden. Außenminister Ian Borg will das Thema bei einem Treffen des Europäischen Rates ansprechen.
Wie Premierminister Robert Abela laut italienischen Medien mitteilte, treibt die „Arctic Metagaz“ weiterhin in internationalen Gewässern und bewegt sich zeitweise zwischen den Such- und Rettungszonen von Malta, Italien und Libyen. Nach aktuellen Messungen befindet sich das Schiff rund 54 Seemeilen von Malta entfernt – innerhalb der maltesischen SAR-Zone, jedoch noch außerhalb der Territorialgewässer.
Malta kontaktierte EU-Kommissionschefin von der Leyen
Abela erklärte, er habe die Angelegenheit auch im Rahmen der Med9-Gruppe angesprochen, zu der neben Malta unter anderem Italien, Frankreich, Spanien und Griechenland gehören. Zudem habe er den Präsidenten des Europäischen Rates, António Costa, sowie die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, kontaktiert.
Malta sei auf alle Eventualitäten vorbereitet und verfüge über einen Notfallplan, der unter anderem den Einsatz externer Schlepper vorsieht. Details dazu nannte Abela jedoch nicht. Kontakte mit russischen Behörden und der Betreibergesellschaft des Tankers hätten bisher keine Lösung gebracht. Die maltesischen Behörden warnten Fischer, einen Sicherheitsabstand von mindestens vier Seemeilen zum Schiff einzuhalten. Der Tanker transportiert Flüssiggas sowie rund 700 Tonnen Treibstoff.
Italien bietet Hilfe an
Italien hat den maltesischen Behörden inzwischen seine Unterstützung angeboten. So sollen auch Techniker sowie verschiedene Einsatzboote, auch solche zur Eindämmung möglicher Umweltschäden nach Malta entsendet werden, sagte der italienische Staatssekretär, Alfredo Mantovano, im Interview mit dem Radiosender „Radio 24“ am Montag.
Der 277 Meter lange Tanker war am Dienstag vergangener Woche vor der Küste Libyens nach Explosionen in Brand geraten. Russland wirft der Ukraine vor, das Schiff mit einem unbemannten Drohnenboot angegriffen zu haben. Die Besatzung aus 30 Mann sei gerettet worden. Die libysche Küstenwache hatte zunächst berichtet, das Schiff sei untergegangen. Dann tauchten aber Fotos auf, die die „Arctic Metagaz“ mit erheblicher Schlagseite zeigen.
Die maltesischen Schifffahrtsbehörden warnen bereits seit Tagen, der Gastanker könne zur Gefahr für andere Schiffe werden. Zwischenzeitlich hatte es geheißen, das Schiff treibe in internationalen Gewässern auf die italienische Insel Lampedusa zu. Inzwischen driftet es nach Angaben der Behörden jedoch Richtung Malta – abhängig von Meeresströmungen sowie der Windrichtung.















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