Im Kampf gegen die asiatische Tigermücke werden in Graz für das Jahr 2026 zahlreiche Maßnahmen gesetzt. Neben sechs bis acht Millionen sterilen Mückenmännchen können aber auch wir Grazer mithelfen. So sollte man Wasseransammlungen vermeiden und Hotspots melden.
„Die Tigermücke ist 2021 als Reisebegleiterin nach Graz gekommen und fühlt sich hier, wie viele andere, sehr wohl“, sagt Eva Winter, Leiterin des Grazer Gesundheitsamts. Jetzt, fünf Jahre später, haben sich Tausende Nachfahren unsere Gärten zum Zuhause gemacht und stellen eine ernst zu nehmende Bedrohung dar: „Sie sind nicht nur Plagegeister, sondern auch potenziell gesundheitsgefährdend“, sagt Gesundheitsstadtrat Robert Krotzer (KPÖ).
Angesichts dessen wurde für 2026 ein großangelegtes Maßnahmenbündel präsentiert. Unter anderem werden zwischen sechs und acht Millionen sterile Tigermückenmännchen (zehnmal mehr als im Vorjahr) um etwa 150.000 Euro angekauft und in stark belasteten Stadtteilen ausgesetzt. Zudem werden Lebendfallen bei einigen Schulen und Kindergärten aufgestellt.
Besonders wichtig ist aber auch die Prävention – gerade jetzt, bevor die Larven aus den Eiern schlüpfen. Hierfür sprühen Mitarbeiter der Holding Graz BTI, ein Bakterium zur biologischen Schädlingsbekämpfung, in Gullys. Auch spezielle Kanaldeckel aus Dänemark sollen helfen. Denn die Tierchen lieben kleine Gewässer, weiß Projektleiter „Mr. Tigermücke“ Erwin Wieser.
Sie haben die Möglichkeit, uns zum Beispiel durch Beobachtungen in der Mosquito-Alert-App zu unterstützen.
Projektleiter Erwin Wieser
Wasseransammlungen vermeiden
Deswegen sind er und sein Team auch viel in der Stadt unterwegs. Ohne die Mithilfe der Bevölkerung kann die Bekämpfung nicht gelingen. Bei Vorträgen und Lokalaugenscheinen werden Grazer darauf geschult, den Mücken keine Brutstätten wie halb leere Pools oder Regentonnen zu bieten. „Gemeinsam können wir verhindern, dass Pestizide zum Einsatz kommen müssen“, sagt Krotzer. Auch das Grazer Umland wird in die Bekämpfung eingebunden. Sichtungen können in der Mosquito-Alert-App gemeldet werden.
Gemeinsam soll damit der Ernstfall abgewandt werden: Tigermücken können Krankheiten wie das Dengue-Fieber übertragen. „Schon jetzt haben wir jährlich zehn bis 20 Fälle von Grazern, die erkrankt aus Reiseländern zurückkommen“, sagt Winter. Es sei nur eine Frage der Zeit, dass eine Mücke infiziert wird und die Krankheit verbreitet. Im Notfallplan sind unter anderem Quarantänemaßnahmen vorgesehen. „Wir tun alles dagegen, dass dieser Fall eintritt.“
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