70% weniger Belastung

Graz: Sterile Tigermücken erfüllten ihre Pflicht

Steiermark
12.01.2026 16:25

Auch wenn der frostige Jänner nicht daran denken lässt: Die Tigermücke wird auch heuer wieder über die Steiermark herfallen. Besonders betroffen ist die Stadt Graz, die im Vorjahr neue Wege beschritt. Mit Erfolg, wie sich nun zeigte, allerdings wird die Plage auch in Zukunft ohne Mithilfe der Bevölkerung nicht in den Griff zu bekommen sein.

Rund 805.000 im IAEA-Labor in Seibersdorf (NÖ) sterilisierte Männchen wurden im Sommer beim Heimgartenverein Schönau freigesetzt – mit dem „Auftrag“, ihren fruchtbaren Kollegen Konkurrenz zu machen. Nur einmal im Leben kann sich ein Tigermücken-Weibchen fortpflanzen, von der Behandlung der Männchen in einem Kälteraum mit anschließender Röntgen-Bestrahlung erhoffte man sich also eine deutlich reduzierte Belastung.

Schlupfrate sinkt mit SIT-Methode deutlich
Die erste Bilanz, die am Montag gezogen wurde, ist denn auch ermutigend: Im Gegensatz zum Kontrollgebiet beim Weblinger Kreis ging die Fortpflanzungsrate in der Testregion um knapp 70 Prozent zurück. Während die Schlupfrate zu Beginn der Aktion bei 0,66 lag, also zwei von drei Eiern Nachwuchs brachten, sank sie nach sieben Wochen auf 0,22, erklärt Infektionsschutz-Experte Erwin Wieser vom Grazer Gesundheitsamt. Das zeigte sich in den Lebendfallen, die zusätzlich zur sogenannten SIT-Methode im Testgebiet aufgestellt wurden.

Naheliegend, dass das österreichweit einzigartige Projekt fortgeführt und im Idealfall geografisch ausgeweitet werden soll, die Details sind aber noch offen. Die erste Saison wurde mit sterilen Männchen quasi zum Selbstkostenpreis bestritten, nun wünscht man sich mehr Unterstützung vom Bund. „Die Tigermücke kennt keine Gemeindegrenze“, sagt Eva Winter, die Leiterin des Gesundheitsamts. Man könne auch keine sterilen Männchen im Supermarkt kaufen, wie Gesundheitsstadtrat Robert Krotzer (KPÖ) anmerkt.

Bevölkerung zur Mithilfe aufgerufen
Er appelliert an die Grazer, die Präventionsmaßnahmen weiter mitzutragen: Brutstätten beseitigen, Blumentöpfe regelmäßig ausleeren und generell stehendes Wasser vermeiden – nicht erst im Hochsommer, sondern sobald wieder Tauwetter eintritt. Schon im März können in Graz, das bundesweit am stärksten von der Plage betroffen ist, die ersten Tigermücken auftauchen, erinnert Wieser. In manchem Wintergarten ist es gar noch früher der Fall.

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