Oh my Lord!
GB: Diese jahrhundertealte Tradition geht zu Ende
Das Oberhaus in London hat ein Gesetz verabschiedet, das die letzten noch verbliebenen Lords mit Erbtitel aus der zweiten Kammer des britischen Parlaments verbannt.
Die grundsätzliche Entscheidung zur Abkehr von erblichen Sitzen im Parlament hatte Ex-Premierminister Tony Blair schon 1999 getroffen. Hunderte Lords verloren damals ihr Recht, an der Gesetzgebung mitzuwirken.
Doch dank einer Ausnahmeregelung konnten knapp 100 Adlige ihre Plätze auf den mit rotem Leder bespannten Bänken im House of Lords behalten. Damit ist nun ebenfalls Schluss.
- Das Oberhaus hat derzeit mehr als 800 Mitglieder, die im Durchschnitt 70 Jahre alt sind.
- Der älteste Lord, Anthony Martin Grosvenor Christopher, ist 100 Jahre alt.
- Die verbliebenen Mitglieder des Oberhauses sind ebenfalls geadelt, können ihren Titel jedoch nicht an ihre Nachkommen weitergeben.
„Peerages“
Die „Peerages“ werden auf Vorschlag des Premierministers vom König vergeben. Teils sind es ehemalige Unterhausabgeordnete. Üblich ist auch, dass scheidende Premierminister ihre Weggefährten und Mitarbeiter mit der lebenslangen Mitgliedschaft belohnen. Zu „Life Peers“ sollen etwa 25 der Lords werden, die bisher aufgrund ihres Geburtsrechts einen Platz innehatten.
„Es ist traurig“
Oberhaus-Präsident Michael Forsyth würdigte den Beitrag der scheidenden Erbadeligen im Parlament. „Unabhängig davon, welche Ansichten man zu dieser verfassungsrechtlichen Veränderung hat, ist es traurig, sich von Freunden zu verabschieden, die in vielen Fällen erheblich zu Debatten, zur parlamentarischen Kontrolle und zu unserem institutionellen Gedächtnis beigetragen haben“, sagte er.








Liebe Leserin, lieber Leser,
die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.