04.01.2006 20:17 |

Tumult an Grenze

Hunderte Palästinenser stürmen Ägyptens Grenze

Nach dem Durchbrechen der Mauer zwischen dem Gazastreifen und Ägypten sind offenbar mehrere hundert Palästinenser in das Nachbarland eingedrungen. Ein ägyptischer Sicherheitsbeamter sprach am Mittwochabend von mindestens 300 Personen. Die ägyptische Grenzpolizei habe die Eindringlinge nicht aufhalten können, weil sie keinen Schießbefehl erhalten habe, sagte der Offizier Adel Fawzi.

Augenzeugen berichteten sogar, etwa 1.000 Palästinenser hätten die Grenze überquert. Zudem seien Dutzende Ägypter in umgekehrter Richtung in den Gazastreifen geströmt, erklärten die Augenzeugen. Mindestens drei Palästinenser seien verletzt worden, einer davon schwer, weil er von einem ägyptischen Militärfahrzeug gegen die Mauer gedrückt worden sei.

Auch bewaffnete Brigaden in der Menge
In der Menge waren Bewaffnete der Al-Aksa-Märtyrerbrigaden, die der Fatah-Bewegung von Palästinenser-Präsident Mahmoud Abbas nahe stehen. Sie forderten die Freilassung ihres Führers Alaa al-Hams, der am Dienstagabend von der palästinensischen Polizei festgenommen worden war. Ihm wird Beteiligung an der Entführung von drei Briten im Gazastreifen in der vergangenen Woche vorgeworfen.

Israel droht mit Schließung des Übergangs
"Wir werden alles Erdenkliche tun, um die Behörden unter Druck zu setzen, unseren Führer freizulassen", erklärte Al-Aksa-Kämpfer Abu Hassan. Bereits am Morgen hatten die Militanten den Grenzübergang Rafah blockiert und vier Verwaltungsgebäude gestürmt. Israel droht damit, den Übergang zu schließen. Nach der Übergabe der Grenzkontrolle an die Palästinenser im Dezember kam es nach Angriffen von Militanten bereits mehrfach zu zeitweiligen Schließungen.