FPÖ-Chef in der ZiB

Kickl: „Nächste Wahl wird anders als alle anderen“

Innenpolitik
03.03.2026 22:13

Nach langer Abstinenz war FPÖ-Chef Herbert Kickl am Dienstag wieder zu Gast in der „ZiB 2“. Anlass dazu war das einjährige Bestehen der Dreierkoalition aus ÖVP, SPÖ und Neos – und der Oppositionschef nutzte die Bühne, um mit sanfter Stimme altbekannte Kritik zu wiederholen.

Kickl zeichnete sogleich ein düsteres Bild des ersten Regierungsjahres. Schon im Vorfeld zur Sendung hatte er von einem „verlorenen Jahr“ gesprochen. Im Interview legte er noch einen drauf: „Man möchte sich gar nicht ausmalen, was diese Regierung machen würde, wenn sie nicht die FPÖ im Nacken hätte.“

„Nächste Wahl wird anders“
Die nächste Wahl werde anders kommen als alle bisherigen, so Kickl. Er sehe für die FPÖ noch viel Luft nach oben: „Das Potenzial, das jetzt für die FPÖ ausgewiesen wird, ist noch nicht das vollständige Potenzial.“ Auf den Einwand von Margit Laufer, es brauche eine zweite Partei, die mit der FPÖ eine Bundesregierung bilden würde, ging er nicht ein. Er sei zuversichtlich, die Bevölkerung werde ihn schon zum Kanzler machen – man müsse sich nur die Umfragewerte der Partei anschauen. „So einfach ist das.“

Kickl sieht „Anflug von Überheblichkeit“ bei ÖVP
Derzeit habe die FPÖ eine wichtige Kontrollfunktion inne, „denn „Demokratie funktioniert nur, wenn es auch eine Opposition gibt“, so Kickl. Er kritisierte, die ÖVP beginne „in einem Anflug von Überheblichkeit, sich selbst mit dem Staat gleichzusetzen“. Außerdem teilte er aus, es seien in den letzten zehn Jahren „22 Millionen Behandlungen von Völkerwanderern bis hin zu Schönheitsoperationen“ bezahlt worden, und auch für NGOs habe man Steuern verschwendet.

„Habe nichts gegen Volksbefragung“
Gegen eine Volksbefragung zur Wehrpflicht-Frage sagte Kickl, er habe grundsätzlich nichts dagegen und werde sich „der direkten Demokratie nicht verweigern.“ Er selbst stimme für das Modell „Acht plus Zwei“, also acht Monate Grundwehrdienst und zwei Monate verpflichtende Milizübungen.

Erster „ZiB 2“-Auftritt seit über zwei Jahren
Seinen bislang letzten Auftritt im „ZiB 2“-Studio hatte Herbert Kickl Anfang Jänner 2024. Über zwei Jahre lang hat ihn der ORF immer wieder angefragt, Kickl hat abgesagt. Diesmal stellte er sich allerdings – zum ersten Mal seit 783 Tagen – den Fragen von Margit Laufer. Armin Wolf ist derzeit auf Urlaub. Mit diesem hatte sich Kickl in der Vergangenheit immer wieder angelegt. Wolf hatte unlängst veröffentlicht, wie vehement sich das FPÖ-Oberhaupt dagegen weigerte, ins ORF-Studio zu kommen. „Herbert Kickl hat in den letzten Jahren mehr als 50 „ZiB 2“-Anfragen abgelehnt“, stellte er fest. 

„Ein Jahr ist genug“
Die FPÖ liegt derzeit in allen Umfragen auf Bundesebene haushoch auf Platz eins. Schon vor Kickls Auftritt in der „ZiB 2“ sagte Michael Schnedlitz auf einer Pressekonferenz, es sei „ein schlechtes Jahr für Österreich“ gewesen. „Ein Jahr ist genug“, fügte er hinzu und forderte Neuwahlen.

ÖVP: Kickl ist „Totengräber der EU“
Die ÖVP hatte Kickl im Vorfeld als „Totengräber der EU“ bezeichnet. „Die FPÖ lehnt die EU als Ganzes ab“, sagte ÖVP-Generalsekretär Nico Marchetti. Kickl selbst sprach kürzlich von einem „Staatsbegräbnis“ für die Europäische Union.

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