Dokumente zeigen:
Putins KGB-Agentenalltag war wenig spektakulär
Banale Spitzeldienste, Gesinnungskontrolle und Beschwerden wegen defekter Telefonleitungen - so sah die Tätigkeitsliste des jungen Putin aus, wie die Online-Ausgabe des Nachrichtenmagazins am Mittwoch berichtete. Das Medium bezieht sich dabei auf eine Stasi-Akte über den Briefwechsel zwischen dem russischen und dem ostdeutschen Geheimdienst aus jener Zeit.
Demnach hatten die KGB-Männer unter anderem die Verbreitung eines verbotenen Dissidenten-Buches mittels eines Minisenders zu überwachen oder mutmaßliche Feinde beim Ausspähen von Militärobjekten zu observieren - es habe sich aber herausgestellt, dass es sich bei den Verdächtigen um Schrottsammler handelte.
"Schaltfehler" der Post und keine Spionage
Eine andere Anedokte aus dem Leben Putins als Spion im Dienste Moskaus erzählt über eine Beschwerde des KGB. Darin werde der Vorwurf geäußert, dass die Stasi in Dresden "nicht genehmigtes Abhören von Sowjetbürgern" praktizierte, weil Nachbarn gegenseitig ihre Telefonate mithören könnten. Der ostdeutsche Geheimdienst antwortete laut "Focus", es habe sich lediglich um einen "Schaltfehler" der Post gehandelt und nicht um eine gezielte Abhöraktion.
In den Dokumenten soll auch von der Jagd auf einen "Operator des Westens" die Rede sein. Dieser wurde offenbar beschuldigt, Angehörige der Sowjetarmee zum Konsum "pornografischer Videokassetten" zu animieren.
Wurden Dokumente frisiert, oder war Putin zu unbedeutend?
Allesamt wenig spektakuläre Missionen, an denen Putin beteiligt war, wie die namentliche Erwähnung in den Dokumenten zeigen soll. Allerdings ist auch gut möglich, dass die Akten nach dem politischen Aufstieg des Kremlchefs frisiert wurden und Unangenehmes einfach entfernt wurde. Da aber die meisten Dokumente laut "Focus" die Unterschrift seines Chefs aufweisen, liegt der Verdacht nahe, dass Putin damals noch zu unbedeutend war.
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