Feuer gelegt?

Südkorea: Brand in Hospiz fordert zahlreiche Tote

Ausland
28.05.2014 06:04
Bei einem Brand in einem Hospiz in Südkorea sind am Mittwoch 21 Menschen ums Leben gekommen. Obwohl das Feuer schon nach einer halben Stunde gelöscht werden konnte, starben die meisten Opfer an Rauchgasvergiftungen, weil sie zu gebrechlich waren, um sich selbst zu retten. Nach Angaben der Polizei könnte ein 81-jähriger Demenzkranker das Feuer gelegt haben.

Laut Polizei brach der Brand kurz nach Mitternacht in der obersten Etage des dreistöckigen Altersheimes im etwa 30 Kilometer südlich von Seoul gelegenen Bezirk Jangseong aus. Viele der bettlägerigen Patienten erstickten, weitere erlitten teils schwerste Rauchgasvergiftungen. Nur sieben der 34 Patienten in dem Stockwerk konnten sich aus eigener Kraft retten. Eine der drei diensthabenden Krankenschwerstern starb, als sie versuchte, mit einem Feuerlöscher gegen die Flammen vorzugehen.

Legte Demenzkranker das Feuer?
Die Polizei verdächtigt einen 81-jährigen Demenzkranken, den Brand gelegt zu haben. Bilder von Überwachungskameras zeigen, wie er einen Lagerraum betritt, in dem das Feuer offensichtlich kurz darauf ausbrach. Nach Angaben der Polizei wurde in dem Lagerraum ein Feuerzeug gefunden. Spezialisten würden es nun untersuchen. Der 81-Jährige weist jede Mitverantwortung an dem Brand von sich.

Das Hospiz betreut knapp 80 chronisch kranke ältere Patienten, viele von ihnen Opfer von Schlaganfällen oder Alzheimer. Die meisten sind gebrechlich, viele können das Bett nicht mehr verlassen. Berichte, wonach einige von ihnen an ihren Betten festgebunden waren, wurden von Feuerwehr und Krankenhauspersonal zurückgewiesen. Unklar war aber zunächst, ob das Hospiz genügend Betreuer für seine meist hilflosen Patienten beschäftigt und ob alle Sicherheitsbestimmungen eingehalten wurden.

Erst am Montag waren bei einem Brand in einem Busbahnhof nahe Seoul sieben Menschen ums Leben gekommen und mehr als 40 verletzt worden. Und noch hat sich das Land nicht von der Tragödie um die gesunkene Fähre "Sewol" erholt. Sie war am 16. April auf dem Weg zu einer Urlaubsinsel gekentert, 302 Menschen starben. Die meisten Opfer waren Schüler, die auf einem Schulausflug waren.

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