Im Zuge der Ermittlungen rund um den Epstein-Skandal ist der frühere britische Botschafter in den USA, Peter Mandelson, festgenommen und inzwischen wieder auf Kaution freigelassen worden.
In einer neuen Pressemitteilung der Polizei wurde Mandelson wie üblich nicht namentlich genannt, sondern nur als 72-jähriger Ex-Minister beschrieben, dem Fehlverhalten in einem öffentlichen Amt vorgeworfen wird. An zwei Adressen seien Hausdurchsuchungen durchgeführt worden, weitere Informationen würden bis auf Weiteres nicht preisgegeben.
Regierungskrise in London
Mandelson war wegen seiner engen Beziehung zum inzwischen verstorbenen US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein in den Fokus der Ermittlungen geraten.
Insider-Informationen an Epstein weitergegeben?
Hintergrund waren die jüngsten Veröffentlichungen aus den Epstein-Akten des US-Justizministeriums. Daraus scheint hervorzugehen, dass Mandelson nicht nur enger mit dem Multimillionär Epstein verbandelt war als zuvor bekannt, sondern diesem auch sensible Regierungsinformationen während der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise zugespielt haben könnte. Mandelson war zu Zeiten der Krise von 2008 bis 2010 Wirtschaftsminister unter dem damaligen Premierminister Gordon Brown.
Den Akten zufolge soll Mandelson unter anderem die Entscheidung für einen 500-Milliarden-Euro-Rettungsschirm in der Euro-Krise bereits einen Tag vor deren Verkündung an Epstein weitergegeben haben.
Zum Verhängnis wurde Mandelson vor allem, dass er die Freundschaft zu Epstein auch nach dessen Verurteilung wegen erzwungener Prostitution einer Minderjährigen aufrechterhielt. Auch das war Starmer bekannt.
Starmers Posten am seidenen Faden
Der Fall löste eine Regierungskrise in London aus, in deren Verlauf das Amt von Premierminister Keir Starmer zeitweise am seidenen Faden zu hängen schien. Für Starmer wurde es brenzlig, weil er zugeben musste, von der Freundschaft zwischen Mandelson und dem da bereits rechtskräftig verurteilten Straftäter Epstein gewusst zu haben, als er ihn im vergangenen Jahr zum britischen Botschafter in Washington machte.
Diesen Posten musste Mandelson nur Monate später im September wegen des Skandals wieder räumen. Seinen Sitz im Oberhaus verlor er ebenfalls. Auch der Lord-Titel soll ihm entzogen werden, geht es nach dem Regierungschef.
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